Frankreich: Treibgut liess AKW abstürzen
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FrankreichTreibgut liess AKW abstürzen

In Südfrankreich hat sich der schwerste Zwischenfall in einem Atomkraftwerk seit vier Jahren ereignet. Einer der vier Reaktorblöcke im AKW Cruas bei Montélimar wurde wegen eines Problems im Hauptkühlsystem vorübergehend vom Netz genommen.

Der Energiekonzern EDF hatte in der Nacht zum Mittwoch seinen Notfallplan ausgelöst, weil eine Wasserleitung im Kühlsystem verstopft war. Die Zufuhr war durch Treibgut blockiert, das auf dem Fluss Rhône angeschwemmt wurde, wie die Atomaufsichtsbehörde ASN mitteilte. Eine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt habe nicht bestanden.

EDF habe am Morgen mitgeteilt, dass das Kühlsystem wieder funktioniere. Der Reaktorkern sei von dem Ausfall nicht betroffen gewesen, sagte der stellvertretende ASN-Chef, Olivier Gupta. Er sei «mit anderen Mitteln» gekühlt worden.

EDF sei als Betreiber der 58 französischen Kernkraftreaktoren auf derartige Ereignisse vorbereitet, erklärte die Atomaufsicht. Der nächtliche Störfall habe gezeigt, dass das vorgeschriebene Vorgehen in einem solchen Fall «gut funktioniert».

Die Behörde stufte den Zwischenfall auf Stufe zwei der internationalen Meldeskala INES ein, also in die dritte von acht Kategorien. Dies bedeutet, dass es sich im Gegensatz zu einem nur meldepflichtigen «Ereignis» oder einer «Störung» um einen «Störfall» handelt.

Die französischen Grünen erklärten nach dem Störfall in Cruas, die von EDF und dem Atomkonzern Areva gerühmte Sicherheit sei in Wahrheit «nur ein zerbrechliches Marketingkonzept». Frankreich sei schon mehrere Male «an sehr schweren Unfällen» vorbeigeschrammt, auch wenn darüber nicht geredet werde.

Mitte Oktober hatte sich in Frankreich ein Störfall der gleichen Kategorie ereignet, allerdings nicht in einem Atomkraftwerk. Im südfranzösischen Cadarache wurde beim Abbau einer Atomfabrik kiloweise hochgefährliches Plutonium entdeckt, das nirgendwo verzeichnet war. (sda)

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