27.10.2014 05:00

Aadorf TGTreibt Windelfetischist wieder sein Unwesen?

In Aadorf auf der Weiernstrasse wurden erneut gebrauchte Windeln entsorgt. Im vergangenen Jahr hatte dort ein mutmasslicher Windelfetischist für Aufsehen gesorgt.

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taw
Für Thomas Knecht, Leitender Arzt des Fachbereichs Forensische Psychiatrie vom Psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden, könnte es sich beim Täter um einen Windel-Fetischisten handeln. (Bild: Colourbox)

Für Thomas Knecht, Leitender Arzt des Fachbereichs Forensische Psychiatrie vom Psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden, könnte es sich beim Täter um einen Windel-Fetischisten handeln. (Bild: Colourbox)

Mehrere gebrauchte Windeln lagen vergangene Woche in unregelmässigen Abständen verstreut entlang der Weiernstrasse in Aadorf. Mitarbeiter des Werkhofs sammelten sie ein, wie Ueli Weber, der stellvertretende Leiter des Werkhofs, gegenüber der «Thurgauer Zeitung» sagte.

Bereits vor fünf Jahren machten Anwohner denselben Fund an der Aadorfer Wittenwilerstrasse, wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt. Rund ein Dutzend Babywindeln waren es damals. Auch beim Autobahnzubringer türmten sich zwei Haufen, links und rechts davon lagen weitere gebrauchte Pampers verstreut.

Im Abfall herumgewühlt

Was man im ersten Moment als illegale Abfallentsorgung ansehen könnte, rückte im vergangenen Jahr durch eine mysteriöse Beobachtung in ein ganz anderes Licht. Im Sommer 2013 beobachtete ein Ehepaar an der Leimackerstrasse in Aadorf von seinem Balkon aus, wie ein Unbekannter sich am Abfallcontainer ihres Mehrfamilienhauses zu schaffen machte. Eine Kontrolle des Container offenbarte schliesslich, dass diverse Päckchen mit gebrauchten Babywindeln daraus entwendet wurden. Eltern und Nachbarn waren besorgt.

Wie das Ehepaar erzählte, war es zudem nicht der einzige Vorfall. Knapp ein Jahr zuvor hatten sie eine Vorladung von der Kantonspolizei Thurgau erhalten, weil sie angeblich einen Abfallsack im Wald entsorgt hatten. Die Durchsuchung des Inhalts hatte den Polizisten eindeutige Hinweise auf die mutmasslichen illegalen Abfallentsorger gegeben. Das Ehepaar stritt die Vorwürfe vehement ab.

Illegale Entsorgung oder Diebstahl?

Thomas Knecht, Leitender Arzt des Fachbereichs Forensische Psychiatrie vom Psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden, vermutete bei der Begebenheit im Sommer 2013 einen Windel-Fetischisten als Täter. «Bei dieser Neigung dienen Windeln als sexuelles Reizmittel», so Knecht. Der Reiz für den Fetischisten bestehe darin, sich selbst Windeln anzuziehen oder Windeln zur Selbstbefriedigung zu nutzen.

Die Kantonspolizei Thurgau hat Kenntnis vom aktuellen Fall. Gemäss Mediensprecher Andy Theler ist unbekannt, wer die Windeln illegal entsorgt hat. Ob die Windeln wie im Jahr zuvor aus einem Container entwendet wurden sei bisher reine Spekulation.

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