Aktualisiert 21.11.2017 11:25

Elektrisch pendelnTrendgerät E-Trottinett im 20-Minuten-Test

Büroangestellte haben vier elektrische Trottinetts getestet. Viele Modelle waren ihnen zu schwer. Der Spassfaktor sei aber gross.

von
T. Mathis/M. Temel

Der Favorit der Pendler ist ein Modell, das nicht zu schwer ist, sich aber dennoch gut steuern lässt (Video: Murat Temel).

Elektrische Trottinetts sind das neue Fortbewegungsmittel. In Tel Aviv düsen sie in den Morgen- und Abendstunden reihenweise an der Strandpromenade vorbei. Die Fahrer sind Männer und Frauen, die ihren Arbeitsweg auf einem fahrbaren Untersatz zurücklegen. Sie müssen sich nicht um einen Parkplatz kümmern und können an Autokolonnen vorbeifahren.

Dieser Trend erobert auch die Schweiz. Immer häufiger sind auf den Strassen elektrische Trottinetts anzutreffen. «Der Absatz von elektrischen Trottinetts steigt seit Jahren an», sagt Fachhändler Rolf Hermetschweiler aus Ebikon. Auch die Migros-Tochter M-Way sagt, dass die Verkäufe in den vergangenen Jahren bedeutend gestiegen sind.

Büroangestellte testen Modelle

Besonders geeignet sind die Gefährte für Pendler. Sie können damit bequem von Tür zu Tür reisen, ohne ins Schwitzen zu geraten. Dafür müssen die Modelle aber nicht in erster Linie leistungsstark, sondern vor allem handlich und leicht sein, damit sie einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert werden können.

Wie gut die gängigsten elektrischen Trottinetts bei Pendlern ankommen, hat 20 Minuten mit Büroangestellten der Online-Plattform ricardo.ch getestet. Die Mitarbeiter kommen jeden Tag von Zürich und Umgebung nach Zug zur Arbeit. Für den Praxistest kamen vier unterschiedliche Geräte zum Einsatz. Darunter waren die Marken Eflizzer, Egret und Micro.

Ohne Strassenzulassung droht ein Strafverfahren

Die Versuchspersonen wagten sich bei garstigem Wetter nach draussen. Eisige Kälte liess sie nicht davon abhalten, die Geräte auf Herz und Nieren zu prüfen. Ihr Fazit: Für das Pendeln sind die elektrischen Trottinetts nur beschränkt geeignet, weil viele Modelle zu schwer sind. Bei leichteren Modellen fehlt dagegen die Strassenzulassung, die für einen Einsatz im Alltagsverkehr erforderlich ist.

Modelle, die nicht über eine solche Zulassung verfügen, dürfen nur auf privatem Gelände genutzt werden. Bei ihnen fehlen oft die doppelte Bremse und das Licht. Wird man mit einem solchen nicht zugelassenen Motorfahrzeug von der Polizei erwischt, droht immer eine Anzeige an die Strafuntersuchungsbehörde, wie die Kantonspolizei Zürich bestätigt. Verfügt das Trottinett über eine Strassenzulassung, ist es wie ein Velo zu behandeln. Es kann also eine Busse von 40 Franken geben, wenn man das Trottoir benutzt.

Tragbarkeit kämpft gegen Leistung

Sind elektrische Trottinetts ein ideales Weihnachtsgeschenk? Die Bilanz der Pendler fällt unterschiedlich aus. «Mein Favorit ist der Emicro One, weil man ihn gut mitnehmen kann», sagt Stefan Halter. Ebenfalls eine Stimme erhält das Modell Egret Ten. Zwei Stimmen gibt es für den kleineren Bruder Egret Eight: «Dieses Trottinett bietet den besten Kompromiss zwischen Tragbarkeit und Leistung», so Mario Coiro.

Als Favorit haben die Tester also ein Modell ausgewählt, das über eine Strassenzulassung verfügt und mit 14 Kilogramm über kurze Strecken tragbar ist. Dieses Trottinett ist allerdings knapp doppelt so schwer wie das leichteste Gerät im Test, das jedoch auf den Strassen nicht zugelassen ist. Preislich bewegen sich die getesteten Modelle zwischen 900 und 1700 Franken. Den Favoriten gibt es ab 1000 Franken.

Welche Modelle wurden getestet?

Die Tester haben vier Modelle ausprobiert. Das Zürcher Fachgeschäft Eflizzer hat den Eflizzer Mountain zur Verfügung gestellt. Von der Migrostochter M-way kamen Egret Eight, Egret Ten und Emicro One zum Einsatz.

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