Raufusskauz: Trennungsgrund: Viel Futter

Aktualisiert

RaufusskauzTrennungsgrund: Viel Futter

So bald reichlich Futter vorhanden ist, zieht es die Raufusskauz-Weibchen weg von ihrem Nest. Sie überlassen die Aufzucht der Brut dem Männchen, machen sich aus dem Staub und gründen höchst wahrscheinlich eine neue Familie.

Mit diesem Verhalten steigern die Raufusskauz-Weibchen, welche in den Nadelwäldern im Norden von Europa, Asien und Amerika leben, ihren Fortpflanzungserfolg. Dies haben norwegische Forscher von der Universität in Ås herausgefunden.

In kargen Zeiten bleiben die Kauz-Weibchen hingegen ihrer Familie treu oder brüten gar nicht, berichten die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society: B".

In einem Brutgebiet im südöstlichen Norwegen brachten sie Nistkästen an und schauten jeweils im März der Jahre 1995 bis 1999 nach, ob sie von den Eulen zur Brut und Jungenaufzucht besetzt waren. Die Biologen befestigten dann kleine Radiotransponder an den Eltern und einem der Jungvögel. Damit konnten die Forscher feststellen, dass rund 70 Prozent der Weibchen die Männchen mit der Brutaufzucht zurückliessen.

Liegt im Nest die Maus, zieht sie aus

Neben den reinen Beobachtungen legten die Forscher auch zusätzliche Mäuse in das Nest. Die Weibchen waren bei besserer Futterversorgung eher und früher dazu geneigt, das Nest zu verlassen. Dies taten sie aber nur dann, wenn die Männchen wohlgenährt waren. Dass die wegziehenden Weibchen mit neuem Männchen nochmals brüten, kann indes nur vermutet werden. Denn die Transpondersignale von fast allen Vögeln, die sich weiter als drei Kilometer vom Untersuchungsgebiet entfernten, gingen verloren. Aus anderen Studien ist aber bekannt, dass die Vögel zwölf und mehr Kilometer weit fliegen, um erneut zu brüten.

Bei der überwiegenden Zahl der Vogelarten kümmern sich beide Eltern um den Nachwuchs. In vielen Fällen ist es der Vater, der sich selbstständig macht und noch weitere Sprösslinge zeugt. Die Raufusskäuze haben jedoch diese besondere Fortpflanzungsstrategie entwickelt, um grosse Schwankungen ihres Nahrungsangebots zu kompensieren, kommentieren die Forscher.

wissenschaft.de, Martin Schäfer / lue

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