Treppensturz war Autounfall
Aktualisiert

Treppensturz war Autounfall

Als die Sanitäter die Rückenverletzungen einer 16-jährigen sahen, glaubten sie nicht an deren Unfallversion. Sie war tatsächlich nicht, wie behauptet, die Treppe heruntergefallen.

Der Freund der jungen Frau bot am Samstag, 30. September 2006, um 05:00 Uhr den Rettungsdienst an deren Wohnort in Widen (AG) auf. Die Ambulanz-Besatzung zweifelte dort allerdings an seiner Darstellung, wonach die offensichtlichen Rückenverletzungen der Frau von einem Treppensturz herrührten. Daher verständigte der Rettungsdienst die Kantonspolizei.

Gegenüber der Kantonspolizei räumte der 20-jährige Freund folglich ein, dass die Frau in der gleichen Nacht bei einem Selbstunfall mit einem Auto verletzt worden sei. Sie beide seien in diesem Auto mitgefahren. Auf dem Polizeiposten gab der Mann den Polizisten schliesslich auch den Namen des Lenkers preis. Es handelte sich um einen 19-jährigen Bosnier aus dem Kanton Zug. Die Kantonspolizei Aargau liess den Mann an seinem Wohnort festnehmen und zuführen.

Nach eingehender Befragung stellte sich heraus, dass der junge Lenker mit seinem BMW M3 kurz vor 04:00 Uhr in Unterlunkhofen einen Selbstunfall verursacht hatte. Das Auto war in einer Kurve von der Strasse abgekommen und in einem Rübenfeld zum Stillstand gekommen. Anstelle die Polizei zu verständigen, hatte der Mann die beiden Mitfahrer mit dem noch fahrfähigen Auto nach Widen gebracht. Anschliessend hatte er sich aus dem Staub gemacht.

Die junge Frau erlitt einen zweifachen Wirbelbruch und befindet sich im Kantonsspital Baden.

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