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Très olé!

Wenns kalt und ungemütlich wird, dürfen wir uns in diesem Winter in elegante Capes kuscheln.

Der Herbst ist da, der Winter kommt. Also wird es Zeit für eine warme Empfehlung: Wieso nicht ein Cape? Dass der archaische Umhang dieses Jahr sein Comeback feiert, liegt daran, dass der baskische Designer Cristóbal Balenciaga in vielen Kollektionen zitiert wird. Dieser starb 1972 — und hinterliess ein modisches Erbe, das die Designer nun wieder heraufbeschwören. Typisch für die Mode des Basken waren klare Linien, elegante Schnitte, grosse Knöpfe, helmartige Hüte sowie rund geschnittene Capejacken und Mäntel. Letztere findet man nicht nur in den Kollektionen teurer Designer, sondern auch auf den Kleiderständern von Mango, H&M oder Zara. Man kann also für wenig Geld so elegant und vornehm daherkommen wie die Damen zu Balenciagas Zeiten — und sich stilvoll in ein warmes Cape kuscheln: zu Jeans, zum Kleid oder zum Rock.

Übrigens: Die Mode von Balenciaga gibt es immer noch. Der heutige Chefdesigner des Labels, Nicolas Ghesquière, stöbert regelmässig in den Archiven des Meisters und übesetzt die kultigen Kreationen in die Modesprache von heute. Mit Erfolg, wie die Liste seiner Kundinnen zeigt, zu denen Charlotte Gainsbourg ebenso gehört wie Chloé Sevigny oder Kate Hudson.

Wer einen unverbindlichen Blick auf die subtilen Schöpfungen Balenciagas werfen möchte, kann dies im Pariser Musée de la Mode et du Textile tun. Noch bis Ende August sind dort nämlich 160 Entwürfe des grossen Basken in einer liebevoll gestalteten Retrospektive zu bewundern.

Kerstin Netsch

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