Nach dem Frust : Treten Sie aus der Nati zurück, Fabian Frei?
Aktualisiert

Nach dem Frust Treten Sie aus der Nati zurück, Fabian Frei?

Fabian Frei kann seine Enttäuschung nicht verbergen, dass er von Vladimir Petkovic nicht einmal für die WM-Vorbereitung aufgeboten worden war.

von
Eva Tedesco

Der FCB-Routinier und Schweizer Internationale Fabian Frei macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, nicht einmal für die WM-Vorbereitung aufgeboten worden zu sein. (Video: 20 Minuten)

Just an dem Tag, an dem die WM in Russland begann, startete der FC Basel in die Vorbereitung für die neue Saison. «Die Nationalspieler hatten noch gar keine Ferien und wir haben schon wieder angefangen. Das ist komisch», sagt Fabian Frei. Für den Routinier und Bundesliga-Rückkehrer hat der frühe Start mit dem FCB einen Beigeschmack. Drei Tage vor dem WM-Auftaktspiel der Nati dreht der 12-fache Internationale (zwei Tore) in Basel seine Runden, statt sich in Russland auf Brasilien vorzubereiten. Darauf angesprochen kann Frei seine Enttäuschung nur schwer verbergen.

«Ich war sehr enttäuscht», sagt der 29-Jährige, der zwar im 35-Mann-Kader auftauchte, es am Ende aber nicht unter die 27 Akteure schaffte, die die Vorbereitung in Lugano aufnahmen. «Zehn Minuten bevor die Medien informiert wurden, kam eine SMS», so Frei. Dabei gehörte er im März zum Team, kam in den Testspielen gegen Griechenland (1:0) und Panama (6:0) zum Einsatz.

«Ich war überrascht, dass ich nicht einmal unter den 27 war, nachdem ich zuletzt dabei war, gegen Panama getroffen habe und auch im letzten Länderspiel, in dem ich in der Startelf war (5:2 am 7. Oktober gegen Ungarn, Red.) ein Tor erzielt habe. So einer hat noch selten kein Aufgebot bekommen», so der ehemalige Mainzer.

Lieber keine Spiele am TV

Frei gehört seit 2011 mehr oder weniger zum Kader der Nationalmannschaft. Und genau dieses mehr oder weniger scheint den Routinier langsam zu nerven. An einen Rücktritt hat Frei keinen Gedanken verschwendet. Ob er einem nächsten Ruf von Vladimir Petkovic aber folgen würde?

«Wenn man für die Nati aufgeboten wird, sollte das für jeden einzelnen Spieler eine Ehre sein, und wenn es für mich kein Länderspiel mehr gibt, dann ist das leider so. Aber jetzt einfach zu sagen, ich möchte einem Aufgebot nicht mehr folgen, wäre Fehl am Platz. Aber wenn es keine Perspektiven für mich gibt, muss man sehen, ob es Sinn macht», so der Bundesliga-Rückkehrer – immer noch angesäuert, hatte man den Eindruck. Diesen wurde man auch bei der Frage, ob er sich die Spiele der Schweizer am TV ansehen werde, nicht los. «Am liebsten würde ich gar nicht schauen, weil es mich dann nur nervt. Aber ich wünsche der Nati ganz viel Glück und denen ich etwas näher bin, noch viel mehr Glück.»

Petkovic-Aufgebot macht Jobs in der Liga nicht einfacher

Die Kollegen, denen Frei «etwas näher steht», sind Fabian Schär und Michael Lang. Der Rechtsverteidiger ist der einzige Spieler aus der Super League, der es ins WM-Kader von Petkovic geschafft hat. «Ich als Sportchef – und wahrscheinlich auch andere wie Christoph Spycher – finde das nicht optimal, wenn nur ein Spieler in der Nati ist, der in der Super League spielt», sagt Marco Streller. «Das sind Entscheidungen von Vladimir Petkovic, die wir akzeptieren müssen, aber sie machen unseren Job nicht einfacher, wenn man den Jungen empfiehlt, noch zwei, drei Jahre in der Super League zu bleiben, damit sie den Sprung in die Nati vielleicht schneller schaffen und dann ist nur einer dabei.»

Das wird sich wohl auch Albian Ajeti gedacht haben. Der FCB-Stürmer ist Torschützenkönig der Liga geworden, den Sprung ins WM-Kader hat er trotzdem nicht geschafft.

«Ich gehe mit Gelassenheit in die Saison»

FCB-Trainer Raphael Wicky über die Nati, die Vorbereitung mit dem FCB und erste Ziele. (Video: 20 Minuten)

FCB-Trainer Raphael Wicky beim Trainingstart über die Nati, die Vorbereitung und erste Ziele. (Video: 20 Minuten)

Deine Meinung