De La Soul - «The Grind Date»: Treue Seelen
Aktualisiert

De La Soul - «The Grind Date»Treue Seelen

Rap aus dem Frischhaltebeutel: Auch auf seinem siebten Album glänzt das New Yorker Trio De La Soul mit Besonnenheit und Beats der knackigsten Sorte.

Vor ihrem letzten Zürich-Besuch herrschte Unruhe unter den Fans. Waren Posdnuos, Trugoy und DJ Maseo in ihrem so beeindruckenden Kreativ-Prozess plötzlich stehen geblieben? Das Bangen war freilich unbegründet. Aufmerksam, kontaktfreudig und routiniert führten De La Soul die Menge durchs Programm, umarmten sie mit Hits wie «Me, Myself, and I» oder «Stakes Is High».

Nach der Auflösung des Stammlabels Tommy Boy musste sich das Trio erst eine neue geschäftliche Heimat suchen. Nun sind die Probleme gelöst, die Dreimann-Kreativmaschine läuft wieder rund und setzt mit «The Grind Date» einen Kontrapunkt zur weit verbreiteten Gangster-Attitüde.

Spritzig und frisch wirken die Beats, von Produzenten wie JayDee, Dave West oder Madlib unter Beimischung von Soulträllereien, Klatschern und dicken Bässen angefertigt. Ein perfektes Tummelfeld für die beiden Rapper, die noch immer ihren kritisch-humorvollen Blick über Hip-Hop und seine Protagonisten wandern lassen und auch nach all den Jahren noch keine Schwäche zeigen.

Adrian Schräder

De La Soul, «The Grind Date» (Sanctuary/BMG).

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