Umstände unklar: Triathlet (59) ertrinkt im Sempachersee
Aktualisiert

Umstände unklarTriathlet (59) ertrinkt im Sempachersee

Ein Teilnehmer des Sempachersee-Triathlons wurde seit Sonntag vermisst. Am Montag fand man ihn tot im See.

von
Vroni Fehlmann
Die Suche ist beendet: Der vermisste Triathlet wurde von den Polizeitauchern gefunden.

Die Suche ist beendet: Der vermisste Triathlet wurde von den Polizeitauchern gefunden.

Mit 700 Teilnehmern war der Sempachersee-Triathlon ausverkauft. Doch der Event wird im Nachhinein von einem ­traurigen Ereignis überschattet: Einer der Sportler erreichte am Sonntag das Ziel nicht und ­wurde deshalb von den Veranstaltern als vermisst gemeldet. Am Montag fand man ihn schliesslich tot im Sempachersee. «Wir wurden am Sonntag kurz nach 16 Uhr von den Veranstaltern in­formiert, dass ein 59-jähriger Mann aus Basel vermisst wird. Er sei nicht im Ziel angekommen», sagt Kurt Graf von der Luzerner Polizei.

100 Meter vor dem Ziel entdeckt

Umgehend wurde eine gross angelegte Suche eingeleitet, bei der ein Suchhund, die REGA und die Wasserpolizei beteiligt waren. Am Montagmittag kam dann die Be­stätigung: Polizeitaucher entdeckten den Vermissten auf der Schwimmstrecke des Triathlons. «Wir fanden ihn rund 100 Meter vor dem Zielausstieg in elf Metern Tiefe», sagt Graf. Auf das Verschwinden des Triathleten wurden die Veranstalter aufmerksam, als man bemerkte, dass sein Fahrrad für die folgende Radetappe nicht abgeholt worden war. «Einer der Schwimmer musste hospitalisiert werden. Wir mussten vorerst überprüfen, ob es sich dabei um den Vermissten handelte. Dies war allerdings nicht der Fall», sagt Christoph Mauch, Sprecher des Organisationskomitees.

Schwimmer blieb unbemerkt

Wie es trotz mehrerer Sicherheitsboote entlang der Strecke zu einer solchen Tragödie kommen konnte, bleibt laut Mauch offen. «Seit dem letzten Jahr wurde das Sicherheitsdispositiv verstärkt», sagt er. Die Streckenposten auf dem See hätten allerdings nichts bemerkt. Es sei deshalb kaum denkbar, dass das Opfer noch auf sich aufmerksam machen konnte, bevor es untertauchte. Auch die anderen Teilnehmer im Wasser waren ahnungslos: «Als Schwimmer bekommt man so etwas nicht mit», sagt Mauch. Für nächstes Jahr will man nach dem Vorfall vom Sonntag bezüglich Sicherheit nochmals über die Bücher.

Recherchen von 20 Minuten ergaben, dass es sich beim ­Opfer um einen in Basel wohnhaften Medienfachmann und ehemaligen TV-Journalisten aus Deutschland handelt. Er war unter anderem Nachrichten­redaktor beim ZDF und bei der ARD. Die Todesursache wird nun von der Zürcher Rechtsmedizin abgeklärt.

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