21.09.2020 09:00

Das ist SportlichkeitTriathlet wartet auf Konkurrent, als dieser in Absperrgitter läuft

Diego Méntrida hätte sich den dritten Platz beim Santander Triathlon sichern können. Doch er tat es nicht. Der Spanier zeigte Grösse. Für ihn selbstverständlich.

von
Nils Hänggi

Diego Méntrida zeigt sich von seiner ganz fairen Seite.

Video: Twitter

Darum gehts

  • Diego Méntrida verzichtete auf seinen dritten Platz beim Santander Triathlon.
  • Er machte es aus Gründen der Fairness.
  • Seinem Konkurrenten unterlief nämlich ein Fauxpas.
  • Das Netz feierte ihn für die Aktion.

Nicht viele Sportler hätten das wohl gemacht. Auf einen Podestplatz freiwillig verzichtet. Schliesslich geht es im sportlichen Wettkampf genau darum. Darum, der Beste zu sein, zu gewinnen, die Lorbeeren abzustauben.

Dass das aber nicht alles ist, dass es manchmal um mehr geht als den Sieg, das vergessen viele. Zuschauer wie Sportler. Der spanische Triathlet Diego Méntrida erinnert die Sportwelt aber nun wieder daran. Der 21-Jährige wartete nämlich kurz vor dem Ziel beim Santander Triathlon auf seinen Konkurrenten James Teagle, dem ein Fauxpas unterlief – und verzichtete damit auf einen Podestplatz.

«Für mich ist das selbstverständlich»

Was das für ein Fauxpas war? Nun, Teagle hatte weniger als 100 Meter vor dem Ziel den falschen Weg eingeschlagen, lief geradeaus, anstatt nach links abzubiegen. Die Folge: Der Brite landete im Absperrgitter, Méntrida überholte ihn und hätte nur noch über die Ziellinie rennen müssen, um sich den dritten Platz zu sichern. Doch eben – der Spanier wartete und liess Teagle passieren.

«Er war die ganze Zeit vor mir. Er hat es verdient», sagte der 21-Jährige nach dem Rennen. Und: «Als ich sah, wie er sich geirrt hatte, hörte ich auf zu rennen. Für mich ist das selbstverständlich.» Er bereue es nicht und würde immer so handeln. Und Teagle? Er zeigte sich dankbar, schüttelte Méntrida die Hand.

Das Netz feiert den Spanier

Nicht verwunderlich, feierte das Netz den Spanier nach seiner grossen Geste. So waren etwa die Twitter-Nutzer voll des Lobes für Méntrida. Eine grossartige Geste sei es gewesen, schrieben sie etwa. Oder: «Das ist das, was den Sport ausmacht.» Selbst Adrian, der Ersatz-Goalie von Liverpool gratulierte dem Sportler.

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57 Kommentare
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Sportler

22.09.2020, 10:46

Ist zwar eine faire Geste, aber meiner Meinung sollte nicht nur der "Schnellste" gewinnen, sondern auch jene, die bis im Ziel fehlerfrei laufen. Man muss sich bis zur Ziellinie konzentrieren! Das gilt bei Skirennen, Radrennen, Biathlon, ... oder was auch immer. Anders wäre es, wenn der vor ihm laufende ein gesundheitliches Problem hätte, dann muss man meines Erachtens anhalten. Ist ja schliesslich schlussendlich "nur" ein Wettrennen.

sputnik

21.09.2020, 12:59

in der ch von einem ch wäre das unmöglich

Faxe

21.09.2020, 12:55

Nichts Neues vom virus? 2ter lockdown übersterblichkeit R-wert ? Ist es etwa vorbei ?