Luzern: Tribschenstadt-Ingenieur ­beklagt Vetternwirtschaft
Aktualisiert

LuzernTribschenstadt-Ingenieur ­beklagt Vetternwirtschaft

Hanspeter Portmann wirft der Stadt Vetternwirtschaft beim Bau der Tribschenstadt vor. Er war dort von 2001 bis 2007 Projekt- und Oberbauleiter.

von
Daniela Gigor

Obwohl das Amtsgericht Luzern-Stadt 2008 eine Publikation des Berichts verboten hatte, veröffentlichte Bauingenieur Hanspeter Portmann nun ein 65 Seiten dickes Dossier, in dem er gegen den Stadtrat, die Baudirektion, private Bauherren und Planer bei der Überbauung Tribschenstadt massive Vorwürfe erhebt. Unter anderem habe die Stadt das Bauland viel zu billig verkauft, Aufträge seien unter Parteifreunden vergeben worden. «Mit dem Bericht präsentiere ich die Beweise», sagt Portmann. Sämtliche Zahlen seien belegbar. «Ich fühle mich auch als Stimmbürger verschaukelt», sagt er. Denn im Jahr 2000 hatte das Volk einen Kredit von 12,6 Mio. Franken genehmigt. In eigener Kompetenz habe der Stadtrat den Betrag um weitere 11,2 Mio. Franken erhöht.

Wie die Stadt Luzern mitteilte, hat die Baudirektion die Vorwürfe, soweit bekannt, bereits vor Erscheinen des Berichts analysiert und festgestellt, dass alle Abwicklungen korrekt verlaufen seien. «Ich will von einer unabhängigen Stelle einen seriösen Bericht», sagt Baudirektor Kurt Bieder gegenüber 20 Minuten. Auf seinen Wunsch hin habe der Stadtrat bereits im Herbst 2008 eine Administrativuntersuchung veranlasst. Allerdings liege das Ergebnis frühestens gegen Ende Juni und somit erst nach den Wahlen vor. Die SVP fordert eine sofortige Untersuchung (PUK). Die anderen Parteien waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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