Trichet deutet Zinserhöhung an
Aktualisiert

Trichet deutet Zinserhöhung an

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen im gemeinsamen Währungsraum zunächst unverändert gelassen, zugleich aber ein Drehen an der Zinsschraube für Juni signalisiert.

EZB-Direktor Jean-Claude Trichet benutzte am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Dublin mit Blick auf die Inflationsentwicklung das Signalwort «grosse Wachsamkeit», mit dem er die Finanzmärkte üblicherweise auf eine Zinserhöhung im nächsten Monat vorbereitet.

Die EZB-Analysten der Commerzbank bewerteten Trichets Aussagen am Donnerstag als Hinweis auf weitere Zinserhöhungen auch nach dem Juni. «Sein Tonfall hat uns in der Prognose bestärkt, dass die EZB im September ein weiteres Mal nachlegt.» Die Zinserhöhung im Juni sei «ausgemacht», hiess es in der Commerzbank-Stellungnahme weiter.

Die Währungshüter hatten zuletzt im März die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Der entscheidende Leitzins liegt derzeit bei 3,75 Prozent. Bei der Ratssitzung am Donnerstag wurden die Zinsen nicht verändert, was die Finanzmärkte im Allgemeinen auch so erwartet hatten.

Auch die amerikanische Notenbank hatte am Mittwoch beschlossen, ihren Leitzins nicht zu verändern. Damit bleibt der Zinssatz in den USA wie schon seit Ende Juni vergangenen Jahres unverändert bei 5,25 Prozent.

Die Entscheidung entspricht den Erwartungen der Finanzmärkte. Diese rechnen damit, dass die Federal Reserve Ende des Jahres eine Politik der Zinssenkungen einleiten wird, um neue Impulse für die Konjunktur und den Arbeitsmarkt zu setzen. (dapd)

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