Trickreich: Polizisten als Koks-Verkäufer
Aktualisiert

Trickreich: Polizisten als Koks-Verkäufer

Im Kanton St. Gallen sind im Kampf gegen den Drogenhandel auf der Strasse zivile Polizisten als Kokain-Käufer aufgetreten. So konnten acht wirkliche Dealer verhaftet werden.

Seit Mitte September hätten auf diese Weise acht Kokainverkäufer verhaftet werden können, bilanziert die St. Galler Staatsanwaltschaft. Die Strategie soll weitergeführt werden.

Kokain-Kleinhändler beim Bahnhof St. Gallen, in Altstätten, Buchs und anderen Zentren seien in vergangener Zeit sehr offensiv vorgegangen und hätten für viele Passanten sichtbar Drogen verkauft. Nachdem häufige Polizeikontrollen nur kurzzeitig Besserung gebracht hätten, hätten sich die Staatsanwaltschaft sowie die Kantons- und Stadtpolizei entschieden, Polizeibeamte in Zivil als Käufer einzusetzen. Seit Mitte September 2003 seien bei fünf Einsätzen in Buchs, Altstätten, Sargans und St. Gallen auf diese Weise acht Kokainverkäufer verhaftet worden. Sie seien inzwischen zum Teil bereits verurteilt. Die neue Strategie habe bereits zu einer erheblichen Verunsicherung der Händlerszene geführt, schreibt die Staatsanwaltschaft. Die Aktion soll aber weitergeführt werden, um die Zahl der Händler weiter zu dezimieren. Den zivilen Beamten sei bei der Aktion der Umstand entgegengekommen, dass die Händler keine langen Verhandlungen führten, sondern im Gegenteil potenzielle Kunden sogar bisweilen von sich aus angesprochen hätten. Die Geschäfte würden sehr rasch und unkompliziert abgewickelt. Die Verkäufer würden jeweils gleich anschliessend festgenommen. Jedes «Geschäft» könne sauber dokumentiert werden, weil der Polizeibeamte im Besitz des Kokains sei. (dapd)

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