Nach dem Flugzeugabsturz: Triebwerksbrand vermutlich Ursache des Crashs
Aktualisiert

Nach dem FlugzeugabsturzTriebwerksbrand vermutlich Ursache des Crashs

Ein Triebwerksbrand ist vermutlich die Ursache für den Absturz eines russischen Passagierflugzeugs gewesen, bei dem alle 88 Insassen ums Leben kamen.

Ein Terroranschlag könne ausgeschlossen werden, da an der Absturzstelle keine Hinweise auf Sprengstoff gefunden worden seien, teilten die Ermittler am Montag in Moskau mit. Die Boeing 737 war am Sonntag im Landeanflug auf Perm im Ural abgestürzt. Unter den 88 Toten war auch ein Deutscher.

Offenbar habe das rechte Triebwerk versagt und sei dann während des Landeanflugs in Brand geraten, sagte der leitende Ermittler Alexander Bastrikin. Transportminister Igor Lewitin wies Medienberichte über einen Terroranschlag zurück. Der zuständige Fluglotse Irek Bikbow sagte in einem Fernsehinterview, der Pilot der Unglücksmaschine habe sich merkwürdig verhalten und die Anweisungen des Towers nicht befolgt. Anstatt die Maschine auf eine niedrigere Flughöhe abzusenken, sei er höher geflogen.

Die Boeing einer Aeroflot-Tochter verlor am Sonntag bei ungünstigen Wetterbedingungen den Kontakt zu den Fluglotsen und stürzte wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt auf ein Gleis der Transsibirischen Eisenbahn. An Bord des 15 Jahre alten Flugzeugs waren laut Aeroflot 82 Passagiere, darunter 21 Ausländer, und sechs Besatzungsmitglieder. Die Boeing war in Moskau zur rund 1200 Kilometer weiter östlich gelegenen Stadt Perm gestartet.

Die Luftverkehrssicherheit in Russland und den früheren Sowjetrepubliken gehört nach Angaben der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA zu den schlechtesten der Welt. Experten machen dafür eine schwache staatliche Aufsicht, schlechte Pilotenausbildung und Sparmassnahmen bei vielen Fluggesellschaften verantwortlich. Aeroflot verwies darauf, dass eine Inspektion der Unglücksmaschine Anfang des Jahres keine Probleme ergeben habe. (dapd)

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