Aktualisiert 18.12.2019 10:10

PestizidmessungTrinkwasser von 170'000 Schweizern kontaminiert

Erst wurden im Grundwasser chemische Stoffe gemessen, nun fanden sich auch im Trinkwasser einiger Schweizer Gemeinden Pestizide. Das geht aus einem neuen Bericht hervor.

von
doz
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In mehr als der Hälfte von 296 Trinkwasserproben fanden sich Rückstände von Pestiziden oder deren Abbauprodukte.

In mehr als der Hälfte von 296 Trinkwasserproben fanden sich Rückstände von Pestiziden oder deren Abbauprodukte.

Keystone/Melanie Duchene
Davon betroffen sind vor allem Regionen mit intensivem Ackerbau.

Davon betroffen sind vor allem Regionen mit intensivem Ackerbau.

Patrick Pleul
Das geht aus einem neuen Bericht der Kantonschemiker hervor.

Das geht aus einem neuen Bericht der Kantonschemiker hervor.

Karl-josef Hildenbrand

Nachdem vor rund einem Monat ein Bericht des Bundesamts für Umwelt zeigte, dass sich im Schweizer Grundwasser zu viele chemische Stoffe aus der Landwirtschaft finden lassen, wurde nun auch das Trinkwasser durch die Kantonschemiker untersucht. Das Resultat ist laut der «Redaktion Tamedia» ernüchternd. In mehr als der Hälfte der 296 Proben fanden sich Rückstände von Pestiziden oder von deren Abbauprodukten.

Zwölf Proben überschritten ausserdem den gesetzlichen Grenzwert. Betroffen davon sind rund 170'000 Bürger. Um welche Regionen es sich dabei genau handelt, möchten die Kantonschemiker allerdings nicht preisgeben. Da nicht alle Haushalte der betroffenen Gemeinden dasselbe Wasser erhalten, wolle man nicht unnötig Panik machen, heisst es.

Situation soll sich bereits verbessert haben

Die Wasserwerke wissen allerdings, welche Haushalte betroffen sind und müssen diese nun informieren. Klar sei nur, dass insbesondere Proben aus Regionen mit intensivem Ackerbau auffällig gewesen seien.

Aus den Resultaten müssen nun Konsequenzen gezogen werden. So müssen die Wasserwerke beispielsweise neu zwei Wasserquellen mischen oder gänzlich auf eine andere Quelle ausweichen, um die Konzentration der Pestizide im Trinkwasser zu verringern. In gewissen Regionen müsste man auch auf zusätzliche Leitungen oder den Einsatz von Filtern zurückgreifen.

Die Wasserwerke sind bereits vor einigen Wochen informiert worden. Daher sollte sich die Situation laut den Kantonschemikern mittlerweile verbessert haben. Der Verband fordert schon seit mehreren Jahren, dass auch als nicht relevant eingestufte Abbauprodukte bei der Zulassung neuer Wirkstoffe miteinbezogen werden. Es könne nämlich vorkommen, dass gewisse Stoffe von einem Tag auf den nächsten als toxikologisch relevant eingestuft werden.

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