Aktualisiert 14.10.2019 16:33

NobelwocheTrio erhält Nobelpreis für Kampf gegen die Armut

Der renommierteste Preis der Wirtschaftswissenschaften geht erstmals seit 2009 an eine Frau – und an zwei Amerikaner.

von
fss
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Der Wirtschaftsnobelpreis geht an die Ökonomen Duflo, Banarjee und Kremer.

Der Wirtschaftsnobelpreis geht an die Ökonomen Duflo, Banarjee und Kremer.

2019 erhält der österreichische Autor Peter Handke den Literatur-Nobelpreis. Dies gab die Akademie in Stockholm am Donnerstag bekannt.

2019 erhält der österreichische Autor Peter Handke den Literatur-Nobelpreis. Dies gab die Akademie in Stockholm am Donnerstag bekannt.

Georg Hochmuth
Mit Michel Mayor und Didier Queloz werden zwei Schweizer Forscher mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.

Mit Michel Mayor und Didier Queloz werden zwei Schweizer Forscher mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die drei Ökonomen Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer. Das Trio erhält die renommierte Auszeichnung für seinen experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekanntgab.

Die in Frankreich geborene Duflo ist erst die zweite Frau in der Nobelgeschichte, die den Wirtschaftspreis bekommt. Alle drei Preisträger lehren an US-Universitäten.

Damit sind alle Träger der diesjährigen Nobelpreise verkündet worden. In der vergangenen Woche waren in Stockholm bereits die Auszeichnungen in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur vergeben worden, am Freitag folgte dann die Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers in Oslo.

Alle Preise sind in diesem Jahr mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 912'000 Franken) dotiert. Dieses Preisgeld bekommen die Geehrten am 10. Dezember, dem Todestag von Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, überreicht - zusammen mit einer Medaille und einer Urkunde.

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf Nobels Testament zurückgeht. Er wird vielmehr seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis.

Besonders häufig wurden US-Amerikaner ausgezeichnet, darunter auch die vor Duflo bisher einzige Frau, die Professorin Elinor Ostrom.

Keine Preisverleihung im Jahr 2018

Im vergangenen Jahr war die Vergabe der Auszeichnung wegen eines Skandals bei der Schwedischen Akademie ausgefallen und auf dieses Jahr verschoben worden. Die Institution war in eine tiefe Krise gestürzt, nachdem mehrere Frauen dem Ehemann des mittlerweile ausgetretenen Akademiemitglieds Katarina Frostenson, Jean-Claude Arnault, sexuelle Übergriffe und Belästigung vorgeworfen hatten. Gegen Frostenson und Arnault gab es zudem Anschuldigungen, die Literaturnobelpreisträger vorab entgegen der strengen Nobelstatuten ausgeplaudert zu haben.

Das Nobelkomitee der Akademie erhält jedes Jahr knapp 200 Nominierungen für den renommierten Preis. Daraus benannte das Komitee laut seinem Vorsitzenden Anders Olsson bis zum Sommer einen engeren Favoritenkreis von acht Kandidaten, aus dem die Preisträger für 2018 und 2019 schliesslich ausgewählt wurden.

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