YB-Zukunft: Trio heiss begehrt – und was passiert mit Hütter?
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YB-ZukunftTrio heiss begehrt – und was passiert mit Hütter?

Nach dem Titelgewinn drängt bei YB die Kaderplanung in den Vordergrund. Wer wechselt ins Ausland, wer bleibt? Die wichtigste Frage betrifft den Trainer.

von
Eva Tedesco
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Wer Meister wird und derart überzeugt, zieht das Interesse auf sich. Kevin Mbabu (r.), der in der Super League zur Attraktion wurde, steht unter anderem beim VfB Stuttgart auf dem Zettel.

Wer Meister wird und derart überzeugt, zieht das Interesse auf sich. Kevin Mbabu (r.), der in der Super League zur Attraktion wurde, steht unter anderem beim VfB Stuttgart auf dem Zettel.

FreshFocus/urs Lindt
Für Angreifer Roger Assalé interessieren sich Southampton und Leicester.

Für Angreifer Roger Assalé interessieren sich Southampton und Leicester.

Keystone/Peter Schneider
Auch Kasim Nuhus Zweikampfstärke hat sich in England herumgesprochen.

Auch Kasim Nuhus Zweikampfstärke hat sich in England herumgesprochen.

FreshFocus/urs Lindt

Die erste Party ist vorbei, die Räusche sind ausgeschlafen. Während die YB-Spieler wohl noch ein bisschen Zeit für die Erholung brauchen, gehen die Gedanken der Verantwortlichen schon in die nahe Zukunft. Es stehen verhandlungsreiche Wochen an, denn Titel und starke Leistungen wecken Begehrlichkeiten – und YB hat einige Perlen im Team.

Kasim Nuhu, Roger Assalé liebäugeln mit dem Ausland, Kevin Mbabu ist zur Attraktion in der Super League geworden. Diese drei stehen wohl zuoberst auf der Liste der möglichen Abgänge. Für den Rastaman Mbabu interessiert sich aktuell Stuttgart am intensivsten. YB will rund zehn Millionen für den 23-Jährigen. Southampton und Leicester wurden zuletzt im

Zusammenhang mit Assalé (24) genannt. Sind Engländer im Spiel, bedeutet das auch meist mehr Geld für abgebende Vereine.

Klappts diesmal für Sanogo?

An Innenverteidiger Nuhu waren in der Vergangenheit vor allem russische Clubs interessiert. Seine Zweikampfstärke hat sich nun auch in England herumgesprochen. Newcastle könnte eine Option sein. Auch beim 22-Jährigen hofft YB auf eine Summe von acht bis zehn Millionen Franken. Allerdings geht die Hälfte des Transfererlöses an Mitbesitzer Leganés.

Zweimal war 2016 ein Transfer von Sékou Sanogo in die Bundesliga (HSV, Stuttgart) geplatzt. Diesmal könnte es für den 28-jährigen Mittelfeldpuncher reichen. Leonardo Bertone wurde im Mittelfeld von Djibril Sow verdrängt und kam deshalb in

der aktuellen Saison meist von der Bank. Für die Ansprüche des Berners, der in der jüngsten Vergangenheit immer wieder mit Clubs in Italien in Verbindung gebracht worden war, ist das wohl zu wenig. Sollte sich eine Möglichkeit eröffnen, wird sich das YB-

Eigengewächs wohl aus Bern verabschieden.

Chapuisat ist gefordert

Offen ist auch die Zukunft von Miralem Sulejmani. Der Vertrag des 29-jährigen Serben läuft im Sommer aus. YB würde den ehemaligen Benfica- und Ajax-Spieler gerne behalten. Sulejmani zögert zwar noch, die Tendenz geht aber dazu, dass er bleibt. Neuchâtel Xamax muss derweil auf die Rückkehr des verlorenen Sohns Steve von Bergen warten. Im Stade de Suisse sickerte am Samstag im Rahmen der Meisterfeier durch, dass der Captain noch ein Jahr in Bern anhängen wird.

Auf die Meistermacher in der Führungsetage, allen voran Sportchef Christoph Spycher und Chefscout Stéphane Chapuisat, wartet nach dem Erfolg ein turbulenter Sommer. Mbabu wird wohl nicht ersetzt, weil Jordan Lotomba sowohl auf der linken als auch rechten Verteidigerposition eingesetzt werden kann. Gesucht werden aber ein Innenverteidiger und sicher ein Assalé-Ersatz, wenn dieser YB verlassen sollte. Betreffend Stürmer hat der ehemalige Schweizer Spitzenangreifer Chapuisat schon bei Assalé ein gutes Näschen bewiesen.

Die wichtigste Frage ist aber: Bleibt Coach Adi Hütter? Der Österreicher hat einen Vertrag bis Sommer 2019. Aber ein Trainer, der in Österreich und in der Schweiz Meister geworden ist, wird nicht einfach zu halten sein.

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