Aktualisiert 15.01.2015 11:36

Bezirksgericht Zürich

Trio prellt Versicherungen um über 1,5 Mio Franken

Drei Betrüger haben Versicherungen um über 1,5 Millionen Franken betrogen. Dafür kassieren sie nun mehrjährige Freiheitsstrafen.

von
Attila Szenogrady
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte die Versicherungsbetrüger zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte die Versicherungsbetrüger zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.

In seinem kürzlich eröffneten Urteil ist das Bezirksgericht Zürich im Wesentlichen den Anträgen der Staatsanwaltschaft gefolgt. Demnach haben ein heute 34-jähriger Serbe aus Schlieren ZH und zwei aus Bosnien stammende Schweizer innerhalb von zwei Jahren sechs grössere, im Kanton Zürich ansässige Versicherungsgesellschaften um rund 1,55 Millionen Franken betrogen. Zu den geschädigten Unternehmen gehörten unter anderem PAX, Generali und Aspecta.

Die beiden Schweizer Beschuldigten im Alter von heute 30 sowie 28 Jahren hatten beim Prozessauftakt im letzten Sommer umfassende Geständnisse abgelegt – im Gegensatz zum Schlieremer Drahtzieher. Er sei nur am Rande mit den Betrügereien in Berührung gekommen, führte er aus und bezeichnete sich trotz zahlreicher Belastungszeugen als unschuldig.

Rund 500 Schwindelverträge

Der Dreh des Trios war erstaunlich einfach, aber wirkungsvoll. So vermittelten die drei seriös auftretenden Männer den geschädigten Versicherungen neue Kunden und kassierten dafür regelmässig ansehnliche Provisionen. Zwischen Juli 2007 und September 2009 schlossen sie rund 500 Schwindelverträge ab.

Der Betrug gründete auf der Tatsache, dass die Täterschaft einerseits mit Pseudo-Kunden operierte. Diese unterschrieben zwar die Verträge, stellten aber schon bald jegliche Zahlungen ein. Andererseits unterschrieben die Beschuldigten im Namen von Kunden, die es gar nicht gab. Als die dreisten Betrügereien Ende 2010 aufflogen, war es in finanzieller Hinsicht zu spät. So hatten die Händler einen Grossteil der Millionenbeute im Casino oder bei Sportwetten verspielt.

Millionenbeute verspielt

Das Gericht kam nun zu umfassenden Schuldsprüchen und verurteilte die Täter wegen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschungen und weiterer Delikte zu mehrjährigen Freiheitsstrafen. Die höchste Sanktion von drei Jahren und drei Monaten kassierte der Haupttäter – als Zusatzstrafe zu einem Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, das den früheren Kellner schon im Herbst 2011 nach einem Rammbock-Einbruch mit einer Freiheitsstrafe von über drei Jahren belegt hatte. Abgezogen werden 612 Tage, die er bereits verbüsst hat.

Milder kamen die geständigen Mittäter wegen. Einer erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Ein Jahr davon unbedingt, die er bereits durch die Untersuchungshaft abgesessen hat. Der Dritte im Bunde kam mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren davon. Aus dem Urteil geht hervor, dass alle Beschuldigten verpflichtet wurden, für den angerichteten Schaden aufzukommen.

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