Steuerstreit I: Trittin bezeichnet Steinbrück als Dilettant

Aktualisiert

Steuerstreit ITrittin bezeichnet Steinbrück als Dilettant

In der Diskussion um Steueroasen hat der Fraktionsvize der deutschen Grünen, Jürgen Trittin, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) Unglaubwürdigkeit und Dilettantismus vorgeworfen. Ausserdem habe der Haudegen die Indianer beleidgt.

Solange Steinbrück nicht unterbinde, dass die teil-verstaatlichte Commerzbank und Landesbanken eigene Tochterfirmen in der Schweiz, Lichtenstein oder auf den Cayman-Inseln unterhalten, seien die Ankündigungen unglaubwürdig.

»Wer das bei Staatsbanken nicht unterbindet, sollte aufhören, Indianer und die Bewohner von Burkina Faso zu beleidigen», sagte Trittin am Samstag am Parteitag der Grünen in Berlin.

Steinbrück hatte in der Debatte unter anderem die Hauptstadt des afrikanischen Landes, Ouagadougou, in eine Reihe mit Steuerparadiesen wie Luxemburg und die Schweiz gestellt.

Zuvor hatte der Finanzminister im Zusammenhang mit der Ankündigung eines Vorgehens gegen Steueroasen gesagt: «Die Kavallerie in Fort Yuma muss nicht immer ausreiten, manchmal reicht es, wenn die Indianer wissen, dass sie da ist.» Die Schweizer Regierung, die diese Aussage auf sich gemünzt empfand, bestellte daraufhin den deutschen Botschafter in Bern ein.

Beleidigung der Indianer

Trittin warf Steinbrück vor, er habe die Indianer beleidigt: «Indianer achten die natürlichen Ressourcen.» Kein Indianer habe jemals dabei geholfen, 120 Milliarden Euro aus Deutschland auf Schweizer Bankkonten zu deponieren.

Steinbrück habe mittlerweile über 80 Milliarden Euro in einer Bank versenkt (Hypo Real Estate), die vielleicht noch 250 Millionen Euro wert sei. Dennoch gehörten dem Bund bisher weniger als 50 Prozent. «Das ist blanker Dilettantismus», wetterte Trittin.

(sda)

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