Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
07.11.2020 14:00

Triumph TR7 Cabriolet – mit italienischer Unterstützung der Sonne entgegen

Ende der Siebzigerjahre gab es kaum noch Vollcabriolets ohne Überrollbügel. Dann kam British Leyland mit dem komplett offenen Triumph TR7.

von
Bruno von Rotz
7.11.2020

British Leyland ging es Ende der 70er-Jahre gar nicht gut. Der zusammengewürfelte Konzern litt unter Streik und Misswirtschaft, aber auch unter wenig populären Modellen. Einst stolze Marken wie MG oder Triumph kämpften um ihr Überleben. Dass in diesem Umfeld ein offener Triumph TR7 vorgestellt werden konnte, war schon fast ein Wunder, schliesslich hatte gerade der ausländische Hauptabnehmer der britischen Sportwagen dem Cabriolet schon eine ganze Weile den Kampf angesagt.

Der TR7 als Nachfolger des TR6

1975 hatte der Triumph TR7 als keilförmiges Coupé die Nachfolge des offenen TR6 angetreten und damit eine schwierige Aufgabe übernommen. Denn anstatt klassischen britischen Roadster-Tugenden und eines Reihensechszylinders im Bug, musste der TR7 mit einer selbsttragenden Karosserie und dem Vierzylinder aus dem Triumph Dolomite auf Kundenfang gehen. Das modernistische Design von Harris Mann eckte an, so dass der Wagen zunächst primär in den USA verkauft wurde.

Ab Sommer 1976 durften dann auch die Europäer den britischen Keil kaufen. Zwar war der Sportwagen bereits etwas gereift, aber den offenen TR6 konnte der TR7 halt nur schlecht ersetzen. Ende 1978 aber erschien dann endlich der TR7 als «Drophead Coupé» mit komplett versenkbarem Verdeck. Wiederum waren es jedoch wieder die Amerikaner, die zuerst zugreifen durften, und es dauerte einige Zeit, bis der Wagen auch in Europa in den Verkauf gelangte.

Offenfahren zum günstigen Tarif bietet der Triumph TR7 der frühen Achtzigerjahre.

Offenfahren zum günstigen Tarif bietet der Triumph TR7 der frühen Achtzigerjahre.

Simon Kwasny / www.zwischengas.com
Der TR7 ist von kompakter Statur, bietet aber für zwei Personen genügend Platz.

Der TR7 ist von kompakter Statur, bietet aber für zwei Personen genügend Platz.

Simon Kwasny / www.zwischengas.com
Das Cabriolet wirkt weniger keilförmig als das Coupé

Das Cabriolet wirkt weniger keilförmig als das Coupé

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com

Vier Zylinder für die Europäer

Während die Amerikaner mit dem TR8 eine V8-Variante kaufen konnten, mussten sich die Europäer allerdings mit der Vierzylinder-Version und dem bereits aus dem TR7 Coupé bekannten Dolomite-Motor mit 106 PS aus 1998 cm3 zufrieden geben. Der italienische Designer und Karosseriebauer Giovanni Michelotti soll bei der Umwandlung des Coupés in eine offene Version eng involviert worden sein und das Ergebnis überzeugte. Im Gegensatz zum doch eher ungewöhnlichen Coupé gab es bei der Präsentation des Cabriolet kaum negative Stimmen.

Wie das Coupé verfügte auch das Cabriolet über einen kurzen Radstand von 216 cm. Die Gesamtlänge betrug 406 cm, womit der TR7 im Jahr 1980 zu den kompakten Autos zählte. Ergebnis war unter anderem ein Wendekreis von nur 9,9 Meter. Dank der Innenbreite von 140 cm waren generöse Platzverhältnisse garantiert, die auch für Grossgewachsene mehr als ausreichend waren.

Vermutlich hätte man den TR7 über für viele Jahre bauen können. Doch nicht zuletzt wegen des Kursverfalls des amerikanischen Dollars wurde die Produktion bereits im Herbst 1981 gestoppt.

Handzahmer Sportler

Dass die Testfahrer vor 40 Jahren ziemlich zufrieden waren mit dem offenen TR7, kann man heute noch gut nachvollziehen. Reinsetzen und losfahren ist die Devise, weder ein Studium der Betriebsanleitung, noch Instruktionen sind dazu nötig. Alles ist klar beschriftet und funktioniert wie erwartet. Die Rundumsicht ist sehr gut, alleine den Bug kann man zumindest bei versenkten Scheinwerfern nicht einsehen.

Dank seiner kompakten Aussenmassen (406 x 168 x 127 cm) lässt sich der TR7 gut durch alle Verkehrssituation dirigieren, die Lenkung ist genügend direkt und leichtgängig. Das Fünfganggetriebe verläuft exakt. Der Vierzylinder läuft tatsächlich vergleichsweise rau, was aber in einem Cabriolet, wo man oft in tieferen Drehzahlen unterwegs ist, kaum stört. Gleiten statt hetzen ist die Devise. Und es gibt kaum einen günstigeren offenen Einstiegsoldtimer.

Weitere Informationen, viele Bilder, Verkaufsliteratur und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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7 Kommentare
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Sunpower

08.11.2020, 19:05

(((o))) (((o))) SONO (((o))) (((o))) ☀️ ☀️ ☀️ ☀️ 🔋 🚗 ☀️ ☀️ ☀️ ☀️ (((o))) (((o))) MOTORS (((o))) (((o))) Tanken mit Licht ☀️ einfach nur sinnvoll ! 👍 Der Solarcar aus München

E-Guru

08.11.2020, 09:41

Renault hat zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Ipsos im August in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien eine repräsentative Studie mit 5000 Teilnehmern durchgeführt. Acht von zehn Europäern wollen demnach einen raschen Ausbau der Elektromobilität. 🚗 Neben dem Wunsch nach einem größeren Angebot an Elektro- und Hybridmodellen gaben viele an, sich einen baldigen Umstieg vorstellen zu können. „Europäische Autofahrer sind von den Vorteilen von Elektrofahrzeugen – gerade für die Umwelt – überzeugt“, so die Autoren der Studie. „Viele planen, ein Elektro- oder Hybridfahrzeug 🚗 zu kaufen. Die Umfrage spiegelt wider, was man in Autohäusern sieht: „Immer mehr Kunden informieren sich nach Hybrid- und Elektromodellen 🔋 und wollen diese ausprobieren.“

E-Guru

08.11.2020, 09:40

Stabile Stromer in Deutschland 🇩🇪 Trotz Corona-Krise wurden im Mai 20 Prozent mehr E-Autos zugelassen als im Vorjahresmonat. 168.148 Pkw wurden laut Kraftfahrtbundesamt im Mai 2020 neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich in den Zeiten der Corona-Krise ein Rückgang von 49,5 Prozent. Während der Anteil von Diesel und Benzinern jeweils um über 50 Prozent einbrach, legten elektrifizierte Fahrzeuge langsamer aber weiter zu. 🔝 Na merkt ihr etwas? 😉👍