Aktualisiert 31.03.2011 18:53

St. Gallen

Trocken bei Wind und Wetter

Wanderer brauchen keinen Regenschirm. Schliesslich tragen sie eine wasserdichte Regenjacke, die dank einer speziellen Beschichtung keine Feuchtigkeit durchlässt. Doch wenn es allzu stark giesst, haben heute gängige synthetische Materialien keine Chance.

von
Luzia Zollinger
Gut beschichtete Regenjacken schützen vor Nässe. (Foto: Istock)

Gut beschichtete Regenjacken schützen vor Nässe. (Foto: Istock)

Eine Lösung dafür entwickelten Forscher der Empa-Abteilung «Advanced Fibers» in

St. Gallen zusammen mit Indus-triepartnern. Sie entwickelten ein neues Beschichtungsverfahren für Sportbekleidung. Dabei werden die Gewebe – je nach Verwendungszweck – entweder wasserabweisender (hydrophober) oder, damit der Schweiss besser hindurchkann, wasserdurchlässiger (hydrophiler) gemacht. Bei der so genannten Plasmatechnologie werden Gase elektrisch aufgeladen. Es handelt sich dabei um Kohlenwasserstoff-basierte Ausgangssubstanzen, die mit Reaktivgasen gemischt werden. «Die äusserst dünne Plasmaschicht bindet sich dabei sehr gut an die Textilfasern an», sagt der Projektleiter Dirk Hegemann. Dadurch lässt sich nicht nur steuern, wie die Textilien auf Feuchtigkeit reagieren, sondern sie werden auch länger haltbar. Die Technologie ist zudem umweltschonend: Während der gesamten Herstellung wird kein Wasser verwendet und es ist somit auch am Schluss kein Trocknungsprozess nötig. Dadurch können Ressourcen geschont und der Energieverbrauch gesenkt werden. Die Plasmabeschichtungen sind bereits erfolgreich in einer österreichischen Produktionsanlage hergestellt worden. Die ersten so beschichteten Textilien sollen in den nächsten Jahren auf den Markt kommen.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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