New York: Trophäen-Jäger schiesst Hirsche im Stadtpark
Aktualisiert

New YorkTrophäen-Jäger schiesst Hirsche im Stadtpark

Mitten in New York verhaftet die Polizei einen Wilderer. Er hat unzählige Rehe und Hirsche in einem Park getötet. Aber nicht, weil er Wild besonders gern isst.

von
sut
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Erstmals ist in New York ein Wilderer bestraft worden, der in Stadtparks Köder auslegte und Hirsche erlegte. Bild: Sechsender in einem Park im Stadtteil Staten Island.

Erstmals ist in New York ein Wilderer bestraft worden, der in Stadtparks Köder auslegte und Hirsche erlegte. Bild: Sechsender in einem Park im Stadtteil Staten Island.

Staten Island Advance/Anthony DePrimo
Der Bauarbeiter David Oakes gestand seine Wilderei vor Gericht und muss jetzt 3000 Dollar Strafe zahlen. Hier verlässt er das Gerichtsgebäude.

Der Bauarbeiter David Oakes gestand seine Wilderei vor Gericht und muss jetzt 3000 Dollar Strafe zahlen. Hier verlässt er das Gerichtsgebäude.

Screenshot CBS News
In diesem dicht bewachsenen Wald legte Oakes Maiskolben und andere Köder aus.

In diesem dicht bewachsenen Wald legte Oakes Maiskolben und andere Köder aus.

Screenshot CBS News

Bequemer gehts nicht: Auf der Suche nach Trophäen legte der New Yorker David Oakes in Stadtparks in der Nacht Köder aus und ging auf die Pirsch. Dann spannte er seinen Bogen und erlegte die Tiere. Über ein Dutzend Rehe und Hirsche fielen so in den vergangenen zwei Jahren dem Jäger zum Opfer.

Oakes trieb sein Unwesen auf Staten Island, New Yorks grünstem Stadtteil. Als er vergangenen November verhaftet wurde, war es der erste solche Fall in der Geschichte der Stadt. Die Jagd mit dem Bogen ist zwar in den angrenzenden Bezirken erlaubt. Doch auf Stadtboden ist jegliche Jagd streng verboten.

3000 Dollar Busse

Am vergangenen Freitag musste Oakes im Strafgericht in Staten Island antraben. Er gestand seine Wilderei ein. In der Folge verurteilte ihn das Gericht zu einer Busse von insgesamt 3000 Dollar. Falls er sie bis Mai nicht zahlt, muss er für 70 Tage ins Gefängnis.

Gegenüber der Presse zeigte sich der 47-jährige Bauarbeiter aggressiv. «Geht und verpisst euch!», rief er einem Reporter der «New York Post» beim Verlassen des Gerichtsgebäudes zu. Drinnen sei er dann ganz brav gewesen, erzählte ein Umweltbeamter der Zeitung: «Man verhält sich anders in Handschellen.»

Polizisten ermittelten in Tarnanzügen

Oakes verletzte nicht nur das städtische Jagdverbot. Er handelte auch gliedstaatlichen Gesetzen zuwider. Denn der Staat New York verbietet das Anlocken von Wild mit Ködern. «Dieser Typ ist kein Jäger, sondern ein Wilderer», sagte ein mit dem Fall betrauter Ermittler zur Newssite DNAinfo. «Er will die Tiere bloss töten, und er tut das auf die unmoralischste Weise.»

Städtische Ermittler begannen dem Tiertöter 2013 nachzustellen. Laut der «New York Post» brauchten 17 Fachleute über ein Jahr, bis sie ihn dingfest machen konnten. Sie zogen sich Tarnanzüge über, schauten durch Nachtsichtgeräte und verwendeten Wärmekameras, um den Wilderer zu ertappen. In Gruppen von je drei harrten sie in der Nacht aus in der Hoffnung, auf Oakes zu treffen.

Bloss an Kopf oder Geweih interessiert

Doch erst am 14. November 2014 konnten sie beobachten, wie der in Jagdkluft gekleidete Wilderer im Schmul Park einen Haufen mit Maiskolben und anderen Ködern errichtete. Als sie ihn ergriffen, sei er sofort geständig gewesen, berichtet die «New York Post». Oakes war das Fleisch des Wilds jeweils einerlei. Er schnitt den Hirschen und Rehen nur den Kopf oder das Geweih ab; den Rest der Körper liess er liegen.

Wilderei sei insgesamt auf dem Vormarsch, berichtet DNAinfo weiter. Die Zunahme soll mit dem dramatischen Wachstum der Wildbevölkerung auf Staten Island einhergehen. In den vergangenen sechs Jahren hat die Zahl der Rehe und Hirsche laut Parkdepartement um 3200 Prozent zugenommen.

Bericht von CBS News (auf Englisch):

(Quelle: YouTube/CBS News)

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