Aktualisiert 30.01.2020 06:58

Kaiseraugst AGAnwohner zielt mit Laserpointer auf Krähen

Die Gemeinde Kaiseraugst AG hat ein Krähen-Problem. Mit einem Laserpointer geht nun ein Anwohner gegen die Tiere vor. Erblindet eine Krähe, ist dies das Todesurteil für den Vogel.

von
jd las
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Die Gemeinde Kaiseraugst AG hat ein Problem mit Krähen.

Die Gemeinde Kaiseraugst AG hat ein Problem mit Krähen.

Wikipedia
In den Augen der Anwohner sind es schlichtweg zu viele.

In den Augen der Anwohner sind es schlichtweg zu viele.

Wikipedia
Der Lärm der Vögel nervt.

Der Lärm der Vögel nervt.

Wikipedia/Andreas Trepte

Kaiseraugst kämpft gegen eine Krähen-Plage. Die schwarzen Vögel gehen den Anwohnern mit ihrem Gekrähe und Exkrementen schon seit einiger Zeit gehörig auf den Geist. Im August 2019 setzte die Gemeinde auf eine Drohne, die als Wanderfalke getarnt, die Krähen einschüchtern sollte. Die Vögel suchten bereits nach wenigen Tagen das Weite, kehrten jedoch schon bald wieder zurück.

Nun hat wohl ein verärgerter Anwohner oder ein Lausbub zu verbotenen Mitteln gegriffen: Laut der Facebookgruppe «Kaiseraugst lebt» richtet jemand gezielt einen Laserpointer gegen die Krähen. Eine Aufnahme, die am 24. Januar gepostet wurde, zeigt den Strahl eines Lasers, laut Fotografin dient er offensichtlich dazu, die Tiere zu plagen.

Die User sind sich einig: Das ist Tierquälerei und schlichtweg übers Ziel hinausgeschossen. Als «Trottel» wird der Mensch hinter den Attacken bezeichnet und die Aktion als «arm und dumm». Auffällig: Viele Anwohner haben die Laser-Angriffe bereits beobachtet. Sie finden sowohl am Morgen als auch am Abend statt und es sei schwer zu eruieren, von welchem der umliegenden Wohnblöcke sie kommen.

Viele Attacken, Polizei aber erst einmal informiert

Obwohl User mehrfach dazu aufrufen, bei jeder Beobachtung sofort die Polizei zu informieren, musste diese erst einmal aufgrund des Lasers ausrücken, so Hansueli Loosli, Leiter Regionalpolizei Unteres Fricktal. Doch: Wie soll der Laser-Angreifer zur Rechenschaft gezogen werden?

«Es wird schwer, der Täterschaft den Straftatbestand der Tierquälerei nachzuweisen», so Loosli. Die Person könnte höchstens wegen Unfug zur Rechenschaft gezogen werden. Ob der Laser auch für Menschen gefährlich werden kann, sei dahingestellt. «Das hängt natürlich davon ab, um was für einen Laser es sich handelt und das wissen wir schlichtweg nicht.»

«Saatkrähen sind sehr ruffreudig, denn die akustische Kommunikation spielt bei diesen sozialen Vögeln eine wichtige Rolle», sagt Biologe Livio Rey, Sprecher der Vogelwarte Sempach. Da das menschliche Hörempfinden sehr subjektiv sei, würden nicht alle Anwohner diese Ankündigung des Frühlings und der Brutzeit willkommen heissen.

Erblindung bedeutet Todesurteil

«Tierschützerisch ist der Einsatz von Laser nicht zu vertreten, denn es besteht ein grosses Verletzungsrisiko für die Vögel», mahnt Rey. Je nach Stärke des Lasers bestehe die Gefahr von Augenverletzungen. Da Vögel stärker auf ihre Augen angewiesen seien als andere Tiergruppen, sei eine Erblindung ein fast sicheres Todesurteil.

Und bringen Laser überhaupt etwas, um Krähen zu vertreiben? «Der Einsatz von Laserstrahlen durch die Behörden hat in mehreren Städten Frankreichs die gewünschte Wirkung erzielt. Ein Versuch in Bern brachte hingegen keinen Erfolg», so Rey. Es sei wichtig, dass die Wirkung genau dokumentiert und Wissen über Erfolge und Misserfolge gesammelt und weitergegeben werde.

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