Europa: Trotz besserer Luft – rund 240’000 vorzeitige Todesfälle wegen Feinstaub

Publiziert

EuropaTrotz besserer Luft – rund 240’000 vorzeitige Todesfälle wegen Feinstaub

In der EU sterben nach wie vor etliche Menschen vorzeitig, weil sie Feinstaub ausgesetzt sind. Vor allem Stadtbewohner sind gefährdet. Doch es gibt auch eine gute Nachricht. 

1 / 3
Obwohl sich die Luftqualität in den EU-Staaten in den vergangenen Jahren verbessert habe, stellten Schadstoffe in der Luft nach wie vor die grösste von der Umwelt ausgehende Gesundheitsgefahr dar. (Archivbild)

Obwohl sich die Luftqualität in den EU-Staaten in den vergangenen Jahren verbessert habe, stellten Schadstoffe in der Luft nach wie vor die grösste von der Umwelt ausgehende Gesundheitsgefahr dar. (Archivbild)

IMAGO/Michael Gstettenbauer
2020 hätten auch Massnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in vielen Ländern eine Auswirkung auf die Schadstoff-Emissionen gehabt und zu einer verbesserten Luftqualität geführt. (Archivbild)

2020 hätten auch Massnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in vielen Ländern eine Auswirkung auf die Schadstoff-Emissionen gehabt und zu einer verbesserten Luftqualität geführt. (Archivbild)

IMAGO/Martin Wagner
Trotzdem sind 2020 rund 240’000 Menschen in der EU durch die Belastung der Luft in ihrer Umgebung mit Feinstaub vorzeitig gestorben. (Archivbild)

Trotzdem sind 2020 rund 240’000 Menschen in der EU durch die Belastung der Luft in ihrer Umgebung mit Feinstaub vorzeitig gestorben. (Archivbild)

IMAGO/Frank Sorge

Darum gehts

Schlechte Luft ist tödlich: Trotz besserer Luftqualität sind im Jahr 2020 rund 240’000 Menschen in der EU durch die Belastung der Luft in ihrer Umgebung mit Feinstaub vorzeitig gestorben. Diese Schätzzahl veröffentlichte die EU-Umweltagentur EEA am Donnerstag. Menschen, die in Städten leben, sind demnach besonders gefährdet: Fast alle Stadtbewohner (96 Prozent) seien Feinstaubwerten ausgesetzt, die über den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von fünf Mikrogramm per Kubikmeter liegen, hiess es.

Grösste Gesundheitsgefahr aus der Umwelt

Obwohl sich die Luftqualität in den EU-Staaten in den vergangenen Jahren verbessert habe, stellten Schadstoffe in der Luft nach wie vor die grösste von der Umwelt ausgehende Gesundheitsgefahr dar. Sie seien einer der Hauptgründe für frühzeitige Todesfälle und Erkrankungen. Herzkrankheiten und Schlaganfälle seien am häufigsten die darauf zurückgehende Todesursache, gefolgt von Lungenkrebs und anderen Lungenkrankheiten. 

Neben den rund 240’000 vorzeitigen Todesfällen aufgrund von Feinstaub waren nach Angaben der Umweltagentur 49’000 Todesfälle auf chronische Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) sowie 24’000 auf die Belastung mit bodennahem Ozon (O3) zurückzuführen.

European Green Deal

Eine gute Nachricht gibt es aber auch: Zwischen 2005 und 2020 sei die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Feinstaub-Belastung in der EU um 45 Prozent zurückgegangen, hiess es in der EEA-Analyse. Setze sich dieser Trend fort, könne die EU ihr Ziel, die Zahl bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren, voraussichtlich erreichen. Das Ziel hatte die EU-Kommission im Rahmen ihres sogenannten European Green Deal ausgegeben.

«Trotzdem sind weitere Anstrengungen nötig, um die Vision einer Null-Verschmutzung bis 2050 zu erreichen – das heisst die Luftverschmutzung auf ein Niveau zu senken, das nicht mehr als gesundheitsschädlich gilt», hiess es im Bericht der EU-Agentur.

2020 hätten auch Massnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in vielen Ländern eine Auswirkung auf die Schadstoff-Emissionen gehabt und zu einer verbesserten Luftqualität geführt. «Die Stickstoffdioxid-Konzentrationen sind vorübergehend zurückgegangen – eine direkte Folge des geringeren Strassenverkehrs während der Covid-Lockdowns», berichtete die EEA. 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(DPA/sys)

Deine Meinung