29.09.2020 08:39

Trotz Corona – Edelweiss kündigt neue Destinationen an

Steigende Corona-Fallzahlen halten Edelweiss nicht davon ab, das Streckennetz auf den Herbst hin zu erweitern. Ob das Sinn macht? Wir haben nachgefragt.

von
Martin Hoch
29.9.2020

Schweizerinnen und Schweizer sollen pünktlich zum Start der Herbstferien wieder auf die Malediven fliegen können. Ebenso locken wöchentliche Verbindungen auf die Seychellen, nach Cancún und Punta Cana. Neu soll auch Muscat im Oman angeflogen werden. Schaut man sich die Destinationen an, sind zumindest ein Teil davon auf der Quarantäneliste. Wir sprachen mit Patrick Heymann, dem Chief Commercial Officer bei Edelweiss über das Vorgehen.

Die Trauminseln stehen noch auf der Quarantäneliste. Hier wünscht sich Edelweiss eine differenziertere Vorgehensweise.
Malediven

Die Trauminseln stehen noch auf der Quarantäneliste. Hier wünscht sich Edelweiss eine differenziertere Vorgehensweise.

Photo by Ahmed Yaaniu on Unsplash
Die griechischen Inseln seien für den Herbst hoch im Kurs.
Mykonos

Die griechischen Inseln seien für den Herbst hoch im Kurs.

Photo by Alex Korolkoff on Unsplash
Bereits im Sommer seien die Flüge nach Griechenland gut gebucht gewesen.
Santorini

Bereits im Sommer seien die Flüge nach Griechenland gut gebucht gewesen.

Photo by Jeet Dhanoa on Unsplash

  • Immer mehr Feriendestinationen kommen auf die Quarantäneliste. Gleichzeitig künden Sie mit Edelweiss eine Erweiterung des Flugplans für den kommenden Herbst und Winter an. Eine Flucht nach vorne?
  • Für uns ist es eine grosse Herausforderung, dass Destinationen, die wir normalerweise im Herbst anfliegen mit einer Quarantänepflicht belegt sind. Deshalb suchen wir auch nach Alternativen und evaluieren die Situation laufend. Unsere Tipps für den Herbst sind auf der Langstrecke Cancún, Punta Cana, die Malediven und die Seychellen. Auf der Kurzstrecke besonders attraktiv sind Sizilien, die griechischen Inseln Santorini, Mykonos und Kreta.

  • Der Oman, den Edelweiss neu anfliegen möchte, steht auf der Quarantäneliste. Weshalb verfolgen Sie diese Destination weiter?
  • Wir fliegen den Oman bewusst frühestens ab November an und werden auch hier zeitnah die Situation nochmals beurteilen.

Patrick Heymann, Chief Commercial Officer bei Edelweiss

  • Wird das Szenario aufgehen, möchte Schweizerinnen und Schweizer in der aktuellen Situation das Land überhaupt verlassen?
  • Wir sehen sehr deutlich, dass dahin wo Schweizerinnen und Schweizer hinreisen können und keine Quarantänepflicht haben, das Buchungsverhalten positiv verläuft. Wir beobachten dies aktuell am Beispiel von Griechenland und Italien und genauso bei der Langstreckendestination den Seychellen. Da wo die Schweizerinnen und Schweizer ohne Einschränkungen hinreisen können, da wollen sie auch hin.

  • Wie hoch muss die Auslastung eines Fluges sein, damit er durchgeführt wird?
  • Das ist unterschiedlich, eine einheitliche Antwort gibt es nicht. Es hängt mitunter von der Länge des Fluges und des Flugzeugtyps ab. Bei uns ist es grundsätzlich so, dass wir kostendeckend fliegen wollen und müssen. Und das gelingt uns zurzeit gut.

  • Riskiert Edelweiss mit allfälligen Annullierungen wegen zu geringem Buchungsstand nicht auch das Vertrauen der Passagiere?
  • Tatsächlich ist die Planungssicherheit schwierig. Deshalb versuchen wir dem Fluggast jeweils eine Alternative zu bieten. Beispielsweise eine Umbuchung auf den nächsten Tag, so dass er seine Ferien trotzdem antreten kann.

  • Halten Sie die Vorgehensweise des Bundes in Bezug auf die Corona-Schutzmassnahmen, insbesondere der Quarantänemassnahmen, für angemessen?
  • Es ist wichtig und richtig, dass Massnahmen zum Schutz der Gesundheit getroffen werden. Gleichzeitig plädieren wir dafür, dass die Massnahmen differenziert und verhältnismässig sind. Differenziert heisst, dass vermehrt Regionen und nicht ganze Länder als Risikogebiete betrachtet werden sollten. So gibt es beispielsweise für die Malediven eine Quarantänepflicht, da die Zahlen auf der Hauptinsel Malé hoch sind. Während die vielen Nachbarsinseln, von denen die meisten von März bis Juli nicht zugänglich waren, kaum betroffen sind. Da fehlt eine differenzierte Betrachtungsweise. Weiterhin glauben wir, dass es andere Möglichkeiten anstelle der Quarantänemassnahmen gäbe. Wir würden es begrüssen, wenn in Zukunft die Quarantänepflicht durch eine Testpflicht ersetzt würde. Das hätte eine Auswirkung auf unsere Planungssicherheit, wie auch auf die Ferienplanung unserer Fluggäste.

  • Ein Blick in die Glaskugel: Wann wird sich Ihrer Meinung nach die Situation wieder normalisieren?
  • Die Hoffnung ist, dass sich die Behandlungsmethoden, sei es eine Impfung oder ein Medikament, bald stark verbessern werden. Dies würde die Unsicherheit deutlich verkleinern. Wir rechnen damit, dass wir im Frühjahr und Sommer des nächsten Jahres einen klaren Aufwärtstrend sehen. Aber wie es die Frage andeutet: Das ist ein Blick in die Glaskugel.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.