Aktualisiert 09.12.2008 12:25

Winter-TourismusTrotz Finanzkrise: Party-Laune in den Alpen

Prima Schnee und hervorragende Buchungszahlen - die Winter-Destinationen könnten sich die Hände reiben. Doch die Tourismus-Direktoren schlagen lieber keine Salti. Sie befürchten die Langzeitwirkungen der Finanzmisere.

von
Olaf Kunz

Während vor allem in den Bankenmetropolen der Schweiz das Wehklagen gross ist und klein- und mittelständische Unternehmen kräftig an der Kostenschraube drehen, haben die Winterdestinationen hierzulande noch gut Lachen. Doch die Freude über die guten Buchungszahlen ist dennoch nicht gänzlich ungetrübt.

Die Party geht weiter

Noch knallen die Korken in den Tourismus-Hochburgen der Alpen. «Der Buchungsstand ist mindestens so gut wie im Vorjahr, wenn nicht sogar etwas höher. Es wird sich zeigen, ob das Konsumverhalten der Gäste vor Ort verhaltener sein wird», so Cornelia Lindner, Mediensprecherin der Destination Davos Klosters. Bislang jedenfalls rollt der Rubel. Und zwar wortwörtlich: Entgegen anderslautender Gerüchte ist auch bei den Gästen aus Russland keinesfalls ein Rückgang zu verzeichnen.

In der Destination Flims Laax Falera ist man ebenfalls mehr als zufrieden: «Wir liegen derzeit 30 Prozent über dem Vorjahr», berichtet Britta Kaula von der Weisse Arena Gruppe. In die gleiche Richtung weisen auch die Zahlen aus Engelberg: «Letztes Jahr war hervorragend für uns - ein Rekord. In diesem Jahr sieht es wieder sehr gut aus. Wir sind auf Kurs», gibt sich Werner Lüönd von Engelberg-Titlis Tourismus mehr als optimistisch. Doch in die Jubelklänge mischen sich auch Misstöne.

Der lange Schatten der Krise

Während für die laufende Saison die Kassen in den Winter-Tourismus-Regionen kräftig klingeln, schrillen bei den Marketing-Experten schon die Alarmglocken. «Die Finanzkrise ist noch nicht wirklich angekommen bei unseren Gästen. Doch erste Prognosen deuten darauf hin, dass sie einige Auswirkungen für den Sommer haben könnte», gibt sich Lindner von Davos Klosters etwas weniger optimistisch für die Zukunft.

Ins gleiche Horn stösst auch Sara Roloff in St. Moritz: «Solche Krisen wirken sich im Tourismusbereich immer erst mit einiger Verzögerung aus. Wir müssen also damit rechnen, dass wir gegen Ende der Wintersaison oder spätestens zur Sommersaison die Auswirkungen zu spüren bekommen werden.» Aus diesem Grund denken die Tourismusstrategen landauf, landab schon über besondere Angebote nach, um für den Sommer gut gerüstet zu sein.

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