Corona-Chaos im Eishockey – Trotz fünf Teams in Quarantäne – Unterbruch für Liga «kein Szenario»
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Corona-Chaos im EishockeyTrotz fünf Teams in Quarantäne – Unterbruch für Liga «kein Szenario»

Die National League hat entschieden: Die Meisterschaft wird trotz jüngster Corona-Entwicklungen nicht unterbrochen. Weshalb scheint im Eishockey die Situation besonders schlimm zu sein?

von
Silvan Haenni
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Corona hält die Eishockey-Meisterschaft im Schwitzkasten.

Corona hält die Eishockey-Meisterschaft im Schwitzkasten.

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Davos, Zug und Lugano (im Bild) waren bereits in Quarantäne.

Davos, Zug und Lugano (im Bild) waren bereits in Quarantäne.

Michela Locatelli/freshfocus
Am Mittwoch kamen Lausanne und Ajoie hinzu.

Am Mittwoch kamen Lausanne und Ajoie hinzu.

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Darum gehts

  • Nicht weniger als fünf NL-Teams befinden sich in Quarantäne.

  • Dennoch wird der Spielbetrieb der Liga fortgesetzt.

  • Liga-CEO Vaucher: «Unterbruch macht sportlich und wirtschaftlich keinen Sinn.»

Davos, Zug und Lugano waren bereits in Quarantäne gewesen. Am Mittwoch kamen Lausanne und Ajoie dazu. Ambri und Servette sind erst seit kurzem wieder aus der Isolation. Fünf der 13 Teams in der National League also sind ausser Gefecht gesetzt. Wird der Meisterschaftsbetrieb nun angehalten? Nein. Dies bestätigte die National League am Donnerstagmorgen.

Ein Unterbruch der Meisterschaft stehe aufgrund des bereits eng getakteten Spielplans und der Olympia-Pause nicht zur Diskussion. Die Liga weiter: «Mögliche Ersatztermine für verschobene Spiele werden aktuell eruiert.» Aufgrund der zu erwartenden Verschiebungen werden für den weiteren Verlauf der Qualifikation dennoch ein paar Anpassungen vorgenommen.

Wertung «Points per games played»

Sollten am Ende der Regular Season trotz Ersatzterminen erwartungsgemäss nicht alle Spiele absolviert worden sein, muss man die sportliche Aussagekraft der Tabelle absichern. Konkret löst man dies folgendermassen: Man wertet das Klassement ab sofort nach dem Prinzip «Points per games played», nach Punkten pro Spiel. Demnach werden Rapperswil (Rang 2., 1.91 Punkte pro Spiel) und Zug (3., 1.97) noch die Plätze tauschen. Dieses Prinzip wurde bereits am Ende der vergangenen Saison angewandt.

Ausserdem werden die Minimalgrössen der Teams von 12+1 auf 15+1 aufgestockt. Weshalb? Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es: «Wir wollen eine weitere Mischung der verschiedenen Organisationen durch das Auffüllen von B-Lizenz-Spielern aus anderen Clubs verhindern.» Durch 15+1 hätte man wenigstens drei Blöcke sichergestellt, die man notfalls mit Nachwuchsspielern aus der eigenen Organisation auffüllen kann. Die Nachwuchsspieler stünden ja jeweils unter den gleichen Schutzkonzepten.

Eishockey besonders betroffen?

Während andere Sportarten, zumindest in der Schweiz, diesen Winter bisher vergleichsweise wenig mit Corona zu kämpfen hatten, versinkt das Eishockey im Chaos. Woran liegt das? Etwa an den geschlossenen Hallen? Liga-CEO Denis Vaucher erklärt im Gespräch mit 20 Minuten: «Wir gehören einfach zurzeit zu den wenigen Sportarten, die noch intensiv dran sind. Mit Eishockey an sich hat das nichts zu tun.»

Gery Büsser, Teamarzt der ZSC Lions, sieht Hallensport durchaus als Faktor: «Sicherlich sind Indoor-Sportarten (generell wie alle Kontakte im Innern) nochmals eine Stufe anfälliger betreffend Infektiosität, die aktuellen Zahlen in diversen Sportarten wie Handball, Unihockey und auch Eishockey unterstreichen dies.» Der renommierte Sportmediziner weiter: «Umso wichtiger ist das konsequente Einhalten und Umsetzen der Schutzkonzepte.» Der grosse Unterschied zum Vorjahr sei, so Büsser, dass die allermeisten nun geimpft und auch geboostert sind und so aus medizinischer Sicht die schweren Krankheitsverläufe in Schach gehalten werden können.

«Unterbruch ist kein Szenario»

Die Frage bleibt, ob man so einen allfälligen Unterbruch einfach zu einem späteren Zeitpunkt wieder diskutieren muss. «Es ist, wie wir alle ja seit Corona gemerkt haben, nicht smart, im Moment mit irgendwelchen Erwartungen fix zu rechnen», so Büsser. Er erwarte von den Athleten und vom Staff weiterhin eine konsequente und professionelle Umsetzung der Dinge, die man beeinflussen können wie Schutzkonzept, gute Regeneration und gegenseitiges Unterstützen. Und: «Ich rechne mit Infektionen, aber wir werden lernen, dies zu handeln.»

Für die Liga soll es auch im Falle von weiteren Ausfällen weitergehen. Liga-Boss Vaucher: «Wir werden immer spielen, wenn es irgendwie geht.» Auch sollte es mal nur ein einziges Spiel sein. «Ein Unterbruch des Meisterschaftsbetriebs ist kein Szenario und würde weder aus sportlicher noch aus wirtschaftlicher Sicht Sinn ergeben», so Vaucher weiter.

Die nächsten Partien sind auf Sonntag, den 2. Januar 2022 angesetzt. Stand jetzt finden um 15.45 Uhr zwei Spiele statt: Biel – Bern und ZSC – Fribourg. Ajoie – Lugano, Langnau – Lausanne und Zug – Fribourg sind allesamt verschoben worden.

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