Aktualisiert 09.01.2005 20:00

Trotz Generika-Boom hohe Ausgaben für Medikamente

Der Boom der Medikamentenkopien (Generika) müsste den Anstieg der Medikamentenkosten dämpfen. Doch die Ausgaben für Medikamente bleiben hoch.

Die Pharma-Multis haben keinen Grund zu jammern: In der Zeit von 2000 bis 2004, in der die Generika-Verkäufe um 120 Millionen Franken zulegten, ist der Absatz von Originalen um rund eine Milliarde Franken auf vier Milliarden gestiegen. Dies liegt laut «SonntagsZeitung» daran, dass günstigere ältere Arzneimittel eher durch neue, teure Original-Medikamente ersetzt werden als durch Generika. Dies bewirkt, dass für Medikamente insgesamt immer noch jedes Jahr mehr ausgegeben wird als im Vorjahr.

Das könnte sich in naher Zukunft ändern. Für 2005 erwarten die Generika- Hersteller einen weiteren Wachstumsschub. Mehrere umsatzstarke Medikamente verlieren den Patentschutz, darunter das Bluthochdruck-Mittel Norvasc und der Cholesterinsenker Selipran. Allein Mepha, der grösste Schweizer Hersteller von Generika, lanciert 2005 über 20 neue Produkte. Bereits hat ein starker Preiskampf zwischen Originalen und Nachahmerprodukten begonnen. Der Preis für das Antibiotikum Augmentin sank 2004 um 40 Prozent, nachdem entsprechende Generika auf den Markt gekommen waren.

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