Drogenkonsum in Luzern - Trotz hoch dosierter Drogen landen nicht mehr Konsumenten im Spital
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Drogenkonsum in LuzernTrotz hoch dosierter Drogen landen nicht mehr Konsumenten im Spital

Punisher-Pillen der Substanz MDMA sind in Luzern oft sehr hoch dosiert, wie die Polizei feststellt. Trotzdem werden im Spital nicht mehr Personen mit einer Überdosis behandelt.

von
Astrid Winiker
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Im Drogeninformationszentrum Luzern werden immer öfter sehr hoch dosierte Drogen festgestellt. Eine Warnung zur sogenannten Punisher-Pille (MDMA) wurde herausgegeben.

Im Drogeninformationszentrum Luzern werden immer öfter sehr hoch dosierte Drogen festgestellt. Eine Warnung zur sogenannten Punisher-Pille (MDMA) wurde herausgegeben.

Luzerner Polizei
Christian Bertschi, Chef Kommunikation der Luzerner Polizei, sagt, man könne keine Zunahme einer spezifischen Droge feststellen. Allgemein lässt sich jedoch sagen: «die Drogenhandelsszene bewegt sich kontinuierlich auf einem hohen Niveau.»

Christian Bertschi, Chef Kommunikation der Luzerner Polizei, sagt, man könne keine Zunahme einer spezifischen Droge feststellen. Allgemein lässt sich jedoch sagen: «die Drogenhandelsszene bewegt sich kontinuierlich auf einem hohen Niveau.»

Luzerner Polizei
Die Luzerner Polizei wertet die sichergestellten Ecstasypillen, worunter auch die Punisher-Pillen fallen, nicht nach ihren Logos aus. Somit sei die Stärke der Pillen schwierig zu beurteilen. «Es gibt aber immer wieder Hinweise aus der Szene, dass Pillen mit entsprechenden Logos sehr potent sein sollen», so Kommunikationschef Christian Bertschi.

Die Luzerner Polizei wertet die sichergestellten Ecstasypillen, worunter auch die Punisher-Pillen fallen, nicht nach ihren Logos aus. Somit sei die Stärke der Pillen schwierig zu beurteilen. «Es gibt aber immer wieder Hinweise aus der Szene, dass Pillen mit entsprechenden Logos sehr potent sein sollen», so Kommunikationschef Christian Bertschi.

Drogeninformationszentrum Luzern

Darum gehts

  • Vermehrt stellt das Drogeninformationszentrum Luzern fest, dass sogenannte Punisher-Pillen der Substanz MDMA sehr hoch dosiert sind.

  • Dies kann schwere Nebenwirkungen hervorrufen und dazu führen, dass nach der Einnahme solcher Tabletten medizinische Hilfe benötigt wird.

  • Das Luzerner Kantonsspital verzeichnet allerdings keinen Anstieg von Patienten mit einer Überdosis in der Notfallaufnahme wegen der Einnahme von MDMA-Pillen.

  • Der Luzerner Polizei ist keine spezifische Zunahme der MDMA-Pillen in der Drogenhandelsszene aufgefallen, jedoch bewege sich die Szene kontinuierlich auf einem hohen Niveau.

Das Drogeninformationszentrum Luzern, DILU hat vor dem Konsum der sogenannten Punisher-Pillen der Substanz MDMA gewarnt, weil diese mit einer Dosierung von bis zu 317.3 mg den bisherigen Rekord in Luzern brechen. Eine derart hohe Dosierung führe zu heftigen Nebenwirkungen, bei denen man medizinische Hilfe benötigt. Die Vermutung liegt darum nahe, dass immer mehr Konsumenten und Konsumentinnen von Drogen nach der Einnahme dieser Pillen in der Notaufnahme behandelt werden müssen. Dies wird vom Luzerner Kantonsspital allerdings nicht bestätigt. Linus Estermann, Projektleiter Kommunikation und Marketing des Luzerner Kantonsspitals, sagt auf Anfrage von 20 Minuten, dass keine Auswertung bezüglich Drogenkonsum von Notfallpatientinnen und Patienten vorliegen: «Für eine entsprechende statistische Erhebung sehen wir aktuell keinen Anlass, da wir in der Praxis keine Zunahme solcher Fälle feststellen.»

«Drogenhandelsszene bewegt sich kontinuierlich auf hohem Niveau»

Veränderungen in der Drogenszene beobachtet auch die Luzerner Polizei nicht. Es sei keine Zunahme bei einer spezifischen Droge zu verzeichnen, eine Abnahme aber sicher auch nicht. Christian Bertschi, Chef Kommunikation der Luzerner Polizei, sagt: «Die Drogenhandelsszene bewegt sich kontinuierlich auf einem hohen Niveau.» Die Luzerner Polizei werte die sichergestellten Ecstasypillen nicht nach ihren Logos aus und somit sei die Stärke der Pillen schwierig zu beurteilen. «Es gibt aber immer wieder Hinweise aus der Szene, dass Pillen mit entsprechenden Logos sehr potent sein sollen», so Bertschi weiter. 2019 hatte die Luzerner Polizei eine 50-köpfige Jugendbande ausgehoben, welche sich über illegale Wege aus dem Darknet Amphetamine, Marihuana und Ecstasy, sowie auch rezeptpflichtige Medikamente besorgten.

Auch wegen Corona keine grossen Veränderungen im Drogenkonsum

Ob die heutigen, öfters hoch dosierten MDMA Pillen, auch hauptsächlich übers Darknet gekauft werden oder ob an bestimmten Orten viele Pillen konsumiert werden, kann die Luzerner Polizei nicht bestätigen: «Uns sind keine eigentlichen Brennpunkte im Kanton Luzern bekannt.» Auch aufgrund der Corona-Pandemie können keine grossen Veränderungen im Drogenkonsum festgestellt werden. Die Polizei stellt aber auch fest, dass die Qualität der Drogen zunimmt: «Tendenziell kann festgestellt werden, dass die auf dem Platz Luzern angebotenen Betäubungsmittel bezüglich Qualität (Reinheitsgrad) merklich bessern wurden.» Dabei steche allerdings keine spezifische Substanz heraus, so Bertschi weiter. Deshalb sei bei der Einnahme stets Vorsicht geboten. Olivia Allemann, Projektleiterin des Drogeninformationszentrums Luzern, sagte gegenüber 20 Minuten, dass man nach Einnahme sicher zwei Stunden die Wirkung abwarten solle und «wir weisen auch darauf hin, dass man sicher nicht die ganze Tablette nehmen soll, sondern nur ein Viertel oder noch weniger», so Allemann. Ob die Konsumenten und Konsumentinnen sich an diese Empfehlungen halten, sei eine andere Frage.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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