Krise: Trotz Jobabbau sichert sich die CS Talente auf Vorrat
Aktualisiert

KriseTrotz Jobabbau sichert sich die CS Talente auf Vorrat

Die CS offeriert hochbezahlten Talenten aus den USA Geld, damit sie ein Jahr später bei der Bank einsteigen.

von
Christa Gall

In den USA heuern Firmen derzeit neue Talente auf Vorrat an, um sicherzustellen, dass sie nach der Krise die Besten an Bord haben. Die CS hat Studienabgängern im Investmentbanking «ein paar wenige» Monatslöhne offeriert, damit sie ein Jahr später einsteigen. In diesem Jahr sind sie freigestellt.

«Wir haben dies nur jenen Studienabgängern angeboten, mit denen wir schon einen Vertrag hatten», sagt CS-Sprecherin Gabriela Cotti Musio. Gleichzeitig aber streicht die CS bis Mitte 2009 weltweit 5300 Stellen – vorwiegend im Investmentbanking. «Manche Firmen nutzen die Krise als Vorwand, um mittelmässige Leute durch wenige Spitzenleute zu ersetzen», sagt ein Personalberater, der nicht genannt werden will. «Diese Praktik trifft für die CS nicht zu, wir sehen die Einstellung der Studenten als Nachwuchsförderung an», sagt Cotti Musio. Doch: «Diese Talente haben ein überdurchschnittliches Jahressalär, weit weg von normalen Löhnen», so der Personalberater.

Die Praktik stösst auch SP-Politikerin Hildegard Fässler sauer auf: «Ich finde es merkwürdig, wenn mittleres Kaderpersonal entlassen wird, das wenig für die Krise kann, und dafür Leute eingestellt werden, die wahrscheinlich in der alten Ideologie verhaftet sind.»

Deine Meinung