Aktualisiert 26.04.2020 03:51

Schweizer Händler

Trotz Mangel tonnenweise Masken exportiert

Daten der Zollverwaltung zeigen: Viele Händler verkauften ihre Bestände ins Ausland, als die Spitäler und Heime dringend Schutzmaterial brauchten.

von
chk
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Ende Januar hat sich das Coronavirus begonnen auszubreiten. In der Schweiz verschickte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung, BWL, ein Schreiben an die Schweizer Spitäler. Das Bundesamt empfehle, die Lagerbestände an Masken zu überprüfen.

Ende Januar hat sich das Coronavirus begonnen auszubreiten. In der Schweiz verschickte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung, BWL, ein Schreiben an die Schweizer Spitäler. Das Bundesamt empfehle, die Lagerbestände an Masken zu überprüfen.

Keystone/Christian Beutler
Doch es war bereits zu spät. Zu diesem Zeitpunkt ist der Markt für dringend benötigtes Schutzmaterial bereits ausgetrocknet gewesen

Doch es war bereits zu spät. Zu diesem Zeitpunkt ist der Markt für dringend benötigtes Schutzmaterial bereits ausgetrocknet gewesen

Keystone/Anthony Anex
Die Folge: Viele Schweizer Spitäler gerieten bereits kurz nach Ausbruch der Corona-Krise hierzulande in einen Engpass. Sie mussten Notkäufe tätigen zu hohen Preisen und das Pflegepersonal musste die gleiche Maske tagelang tragen.

Die Folge: Viele Schweizer Spitäler gerieten bereits kurz nach Ausbruch der Corona-Krise hierzulande in einen Engpass. Sie mussten Notkäufe tätigen zu hohen Preisen und das Pflegepersonal musste die gleiche Maske tagelang tragen.

Keystone/Jean-christophe Bott

Viele Spitäler und Altersheime hatten in den letzten drei Monaten zu wenige Atemschutzmasken, um das Personal vor dem Coronavirus zu schützen. Jetzt zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung»: Genau zu dieser Zeit verkauften viele Händler ihre Bestände ins Ausland.

Daten der eidgenössischen Zollverwaltung belegen: Im ersten Quartal 2020 wurden über 25 Tonnen Masken des Typs FFP2 oder FFP3 exportiert. In der Vorjahresperiode waren es gerade einmal 13 Kilo. Der grösste Teil ging nach China, dahinter folgten Hongkong und Deutschland. Betrug der Preis pro Kilo noch im Januar 20 Franken, so lag er im März schon zehnmal höher.

«Es geht einfach ums Geld»

«Es geht am Ende ganz einfach ums Geld und darum, ein Geschäft zu machen», kritisiert Enea Martinelli, Vizepräsident von Pharmasuisse. «Gewisse Zwischenhändler haben solche Atemschutzmasken in grossem Stil eingekauft. Und jetzt verkaufen sie dorthin, wo am meisten geboten wird.»

Auch der Verein Ethik und Medizin ist besorgt. «Es ist an sich schon stossend, dass in einer Notzeit Güter exportiert werden, die hier gebraucht würden», sagt Präsident Dr. Michel Romanens. «Wenn sie dann aber noch derart überteuert sind, müsste der Staat eingreifen.»

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