Aktualisiert 04.06.2015 20:11

Wahlkampf in den USA

Trotz Missgeschick – Perry will US-Präsident werden

Der Republikaner Rick Perry kandidiert als Nachfolger von Barack Obama. Bereits 2012 stellte er sich zur Wahl – und scheiterte wegen einer Peinlichkeit.

Der frühere Gouverneur Rick Perry aus Texas ist in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner 2016 gestartet. Dies gab der 65-Jährige am Donnerstag in Addison bekannt. Auch Parteifavorit Jeb Bush liess durchblicken, dass er in wenigen Tagen in den Kampf um das höchste Staatsamt einsteigt.

«Wir haben die Kraft», sagte Perry. «Das ist genau der Grund, weshalb ich heute für die Präsidentschaft antrete.» Er ist der mittlerweile elfte Bewerber um die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat, um die er sich bereits 2012 bemüht hatte. Damals unterlag er bei den Vorwahlen Mitt Romney, der dann die Wahl gegen Präsident Barack Obama von den Demokraten verlor.

«Oops»-Moment

Als Grund für Perrys Ausscheiden 2012 gilt dessen sogenannter «Oops»-Moment - seine berühmte Reaktion, als er während einer Debatte nicht die drei Bundesbehörden aufzählen konnte, die er im Falle seiner Wahl abschaffen wolle. Wie seine Chancen jetzt stehen, ist unklar. «Es wird schwierig sein, zum zweiten Mal einen ersten Eindruck zu machen», sagte der republikanische Stratege Ford O'Connell.

Perry wird sich aller Voraussicht nach mit seinem ehemaligen Gouverneurskollegen Jeb Bush auseinandersetzen müssen. Dieser hat seine Kandidatur zwar noch nicht offiziell erklärt, doch seine Absichten sind kein Geheimnis mehr. Am Donnerstag verlinkte der 62-Jährige im Kurznachrichtendienst Twitter auf eine Webseite, auf dem das Datum 15. Juni zu lesen war mit dem Aufruf «Seien Sie der erste, der es erfährt. RSVP jetzt!»

Bush, der Favorit

Ranghohe Bush-Berater bestätigten, dass der Ex-Gouverneur von Florida kurz nach seiner Rückkehr von einer einwöchigen Europareise bei einer Veranstaltung am Miami Dade Community College in das Präsidentschaftsrennen einsteigen werde.

Bush ist der klare Favorit des republikanischen Establishments. Es wird erwartet, dass er hinsichtlich Geldspenden seine republikanischen Konkurrenten um die Präsidentschaftsnominierung in den Schatten stellen wird. Doch muss Bush mit erheblichem Widerstand vom konservativen Flügel seiner Partei rechnen, die grossen Einfluss im Vorwahlprozess der Republikaner hat. Im republikanischen Bewerberfeld für die Vorwahlen tummeln sich unter anderem bereits die Senatoren Rand Paul, Marco Rubio und Ted Cruz.

Clinton, die Favoritin

Auch die Demokraten müssen sich für 2016 einen neuen Kandidaten suchen, weil Präsident Obama nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten darf. Als Favoritin gilt die frühere Aussenministerin Hillary Clinton. Zu ihren innerparteilichen Konkurrenten zählen die Ex-Gouverneure Martin O'Malley und Lincoln Chafee sowie Senator Bernie Sanders.

Sollten sich die derzeitigen Favoriten durchsetzen, käme es bei der Präsidentschaftswahl am 8. November 2016 zu einem Showdown zwischen zwei politischen Dynastien, die zusammen 20 Jahre im Weissen Haus amtierten: Jeb Bushs Vater George H.W. und sein Bruder George W. waren die US-Präsidenten Nummer 41 und 43. Unterbrochen wurden ihre Amtszeiten von Hillary Clintons Ehemann Bill. (sda)

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