Aktualisiert 17.03.2009 22:26

Atemweg-Erkrankungen

Trotz Reizgas: Unterricht geht weiter

Wegen giftigem Formaldehyd in einem Volketswiler Schulhaus sollen Lehrer und Kinder unter Bronchitis und Asthma leiden. Trotzdem wird das Gebäude weiter genutzt.

von
David Torcasso

Im Primarschulhaus Hellwies in Volketswil sollen zahlreiche Schüler und Lehrer an Atemweg-Krankheiten leiden, wie die Zeitschrift «Gesundheitstipp» aufgrund von Aussagen mehrerer Lehrer berichtet. Seit kurzem ist die mögliche Ursache bekannt: Das Schulhaus weist eine hohe Formaldehyd-Belastung auf – ein Reizgas, das Schleimhäute und Atemwege attackiert.

Die Schulpflege Volketswil leitete Ende 2008 eine Messung im Hellwies ein – mit alarmierendem Ergebnis: Das Schulhaus weist bis zu 250 Mikrogramm Formaldehyd pro Kubikmeter auf. Das ist doppelt so viel wie die Maximal­belastung, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt. Als 2001 im Stadtzürcher Schulhaus Gut zu hohe Formaldehyd-Werte gemessen worden waren, hatten die Behörden kurzerhand zehn Klassen umquartiert.

Eine Räumung kommt für die Volketswiler Schulpflegepräsidentin Rosmarie Quadranti jedoch nicht in Frage: «Wenn man regelmässig lüftet, besteht keine Gefahr für Schüler und Lehrer», sagt sie. Dann liege man sogar unter dem BAG-Richtwert, meint sie. Von einer Häufung von Beschwerden bei Schülern sei ihr nichts bekannt. Sobald die Formaldehyd-Quelle gefunden sei, werde man sie ausmerzen.

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