Aktualisiert 09.12.2007 14:43

Trotz Sex-Skandal: Thun kriegt neues Stadion

In Thun kann bis Ende 2010 ein neues Fussballstadion gebaut werden: Die Thuner Stimmberechtigten haben die notwendige Zonenplanänderung mit rund 60,1 Prozent Ja gutgeheissen - die Verantwortlichen von Stadt und FC Thun können aufatmen.

Die Zonenplanänderung wurde mit 8563 Ja gegen 5689 Nein angenommen, mit mehr als 80 Prozent verworfen wurde dagegen ein Volksvorschlag, welcher der Behördenvorlage gegenübergestellt worden war. Die Stimmbeteiligung betrug hohe 49,26 Prozent.

Die verantwortliche Thuner Gemeinderätin Ursula Haller zeigte sich auf Anfrage «überglücklich». Die Thunerinnen und Thuner hätten bewiesen, dass sie zwischen der unschönen Sex-Affäre beim FC Thun und der Sachvorlage für das Stadion unterscheiden könnten. Möglicherweise habe auch eine Trotzreaktion gespielt.

Vor allem aber sei das Resultat darauf zurückzuführen, dass es gelungen sei, eine private Investorin und Betreiberin für das Stadion zu finden.

Laut Haller kann nun das Baugesuch gerade noch rechtzeitig bis Ende Februar eingereicht werden. Diese Frist hatte die Swiss Football League gesetzt. Wäre sie nicht eingehalten worden, hätte dem FC Thun die Zwangsrelegation in die zweitoberste Spielklasse gedroht.

Gemäss den Auflagen der Liga benötigt der Klub bis 2010 ein Stadion, das die Auflagen bezüglich Sicherheit und Kapazität erfüllt - das heutige Stadion im Lachen-Areal ist völlig veraltet.

Abfuhr im 2006

Das neue Stadion bei der Autobahnausfahrt Thun-Süd soll 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz bieten. Geplant ist eine Mantelnutzung mit Einkaufszentrum und Fachmärkten. Das 170- Millionen-Projekt wird privat finanziert. 2006 war ein erstes Neubauprojekt im Gebiet Lachen an der Urne gescheitert, primär wegen der hohen Kosten für die öffentliche Hand.

(sda)

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