12.06.2019 19:58

Gute Neuigkeiten

Trotz Terror und Syrien – die Welt wird friedlicher

Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist die Welt wieder friedlicher geworden. Trotz erfreulicher Lage warnt ein Experte: Entscheidend sei, wie sich die Situation rund um den Iran entwickle.

von
jk
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Insgesamt 86 Länder sind friedlicher geworden, in 76 hat sich die Lage jedoch verschlechtert.

Insgesamt 86 Länder sind friedlicher geworden, in 76 hat sich die Lage jedoch verschlechtert.

Global Peace Index
Der Syrienkonflikt hält an. Laut Bericht geht seine Intensität aber zurück, es kommt zu weniger Todesopfern.

Der Syrienkonflikt hält an. Laut Bericht geht seine Intensität aber zurück, es kommt zu weniger Todesopfern.

Keystone
Auch in Mali eskaliert die Lage immer wieder.

Auch in Mali eskaliert die Lage immer wieder.

epa/Evert-jan Daniels

Trotz dem laufenden Konflikt in Nordmali, dem Bürgerkrieg in Syrien sowie Terroranschlägen im Westen – die Welt ist im letzten Jahr friedlicher geworden. Das zeigt der Global Peace Index 2019 der Denkfabrik Institute for Economics and Peace (IEP). Im Schnitt hat sich der Friedens-Score der analysierten Staaten um rund 0,1 Prozent verbessert. Seit 5 Jahren ist es das erste Mal, dass der globale Frieden zunahm.

Wie der «Spiegel» schreibt, hält sich IEP-Gründer Steve Killelea mit euphorischen Aussagen oder Prognosen dennoch zurück. Ausschlaggebend sei momentan in erster Linie, wie sich die Situation im Nahen Osten – vor allem im Hinblick auf den Iran – entwickle. Wie dem Global Peace Index zu entnehmen ist, hat sich die Lage im Iran verhältnismässig stark verschlechtert. Die Wissenschaftler führen das vorwiegend auf den Austritt der USA aus dem iranischen Atomabkommen 2015 zurück sowie auf die zunehmenden Differenzen zwischen den beiden Staaten. Jüngst hatten sie sich gegenseitig Terrorismus vorgeworfen.

Am wenigsten Frieden in Afghanistan

Anders als im Iran ist es in zahlreichen Ländern zu einer Friedensausbreitung gekommen: Insgesamt 86 Staaten sind im Laufe des letzten Jahres friedlicher geworden. Mit Abstand am friedlichsten ist die Situation in Island. Danach folgen Neuseeland, Portugal, Österreich und Dänemark. Europa bleibt derweil die friedlichste Region der Welt.

In 76 weiteren Staaten nahm der Frieden jedoch ab. Am schlechtesten ist die Lage in Afghanistan. Dicht gefolgt von Syrien, Südsudan, Jemen und Irak. Der Nahe Osten ist demzufolge – zusammen mit Afrika – auch die konfliktträchtigste Weltregion.

Immer weniger Ausgaben fürs Militär

Das insgesamt aber erfreuliche Resultat des Global Peace Index lässt sich laut Bericht unter anderem auf die rückläufige Zahl an Todesopfern durch internationale Konflikte zurückführen. Obwohl alles in allem mehr Länder in zwischenstaatliche Kriege verwickelt seien als im Vorjahr, habe die abnehmende Intensität der Konflikte in Syrien, Nigeria und der Ukraine dazu geführt, dass weniger Menschen in entsprechenden Kriegen ihr Leben liessen.

Die grösste Verbesserung stellte das IEP-Team im Bereich der Militarisierung fest. In 98 Staaten ging der seit längerem festgestellte Abrüstungstrend weiter. Sowohl die militärischen Ausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt als auch die Grösse der Armeen haben gemäss Bericht in den meisten Staaten abgenommen.

Global Peace Index

Das Team rund um den Global Peace Index beurteilt über 160 Staaten im Hinblick auf die Friedlichkeit der dortigen politischen und gesellschaftlichen Lage. Drei Themenfelder werden analysiert: soziale Sicherheit, laufende örtliche oder internationale Konflikte sowie Militarisierung.

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