Steve Schild: Trotz Töchterchen will er auf den Mars
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Steve SchildTrotz Töchterchen will er auf den Mars

Steve Schild ist Vater geworden. Ob ihn das Baby daran hindert, auf den Mars zu fliegen? Er sagt, die Vaterschaft bestärke ihn in seinen Plänen, den Planeten zu verlassen.

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Der Marsianer Steve Schild (32) ist am Sonntag um 19.30 Uhr Vater eines Mädchens geworden.

Der Marsianer Steve Schild (32) ist am Sonntag um 19.30 Uhr Vater eines Mädchens geworden.

zvg
«Ich war dabei und habe mitgefiebert», erzählt der Elgger.

«Ich war dabei und habe mitgefiebert», erzählt der Elgger.

Laura Vercellone
«Sie heisst Elvira Corinna und ist ein gesundes und glückliches Baby», sagt Schild.

«Sie heisst Elvira Corinna und ist ein gesundes und glückliches Baby», sagt Schild.

Laura Vercellone

Der Mars-Kandidat Steve Schild (32) ist am Sonntag um 19.30 Uhr Vater eines Mädchens geworden. «Ich war dabei und habe mitgefiebert», erzählt er. «Es war eine strenge Geburt. Ich habe mir grosse Sorgen um meine Frau und das Baby gemacht.» Es sei das Schlimmste, wenn man als Mann in solchen Situationen nicht helfen könne. «Als das Baby dann da war, habe ich erst begriffen, wie real sie ist», sagt er. «Sie heisst Elvira Corinna und ist ein gesundes und glückliches Baby.»

Das Kind ändere aber nichts an seinem Ziel, auf den Mars zu fliegen. «Ganz im Gegenteil», sagt Schild, «wenn ich ihre Hand halte, denke ich immer daran, dass ich meinem Kind eine gute Zukunft bieten möchte.» Seiner Meinung nach ist das auf einem anderen Planeten eher möglich: «Die Menschen haben die Erde bereits zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Das Mars-One-Projekt ist die Chance, auf einem anderen Planeten etwas Nachhaltiges für künftige Generationen zu schaffen, die sorgfältiger mit dem Ausweichplaneten umgehen.»

Zeit mit dem Kind verbringen

Sowieso würde es noch eine Weile dauern, bis er zum roten Planeten reisen kann: «Die Reise wurde um ein paar Jahre verschoben, weshalb wir wohl erst zwischen 2026 und 2030 starten können», sagt Schild. «Bis dahin kann ich noch ein bisschen Zeit mit meiner Familie verbringen und meine Tochter aufwachsen sehen. Wenn es dann so weit ist, hinterlasse ich etwas auf der Erde.»

Schild geht davon aus, dass er seine Tochter im Alter von zehn bis vierzehn Jahren auf der Erde zurücklassen muss. Schlecht fühlt er sich aber nicht, so Schild. Er sei ja zumindest in der Prägephase anwesend. Zudem dürften seine Tochter und seine Freundin ihn bis zum Schluss – auch in den Trainingscamps der Marsmission Mars One – begleiten und mit ihm leben.

Noch ist aber offen, ob Schild tatsächlich mitreist. Zwar hat er es unter die letzten 100 Bewerber für Mars One geschafft. Von diesen werden aber lediglich 24 Personen mitreisen können. Geplant ist, dass bis 2027 vier Astronauten auf dem Mars landen und dort eine dauerhaft bewohnbare Siedlung errichten. Die Bedingung für die Teilnehmer: Sie kehren nie mehr zur Erde zurück und müssen ihr restliches Leben auf dem Mars verbringen.

Was ist das Mars-One-Projekt?

Mars One ist eine private Stiftung mit Sitz in den Niederlanden. Ihr Ziel: bis zum Jahr 2027 Menschen auf dem Mars landen zu lassen und dort eine dauerhaft bewohnbare Siedlung zu errichten.

Insgesamt haben sich am Anfang über 70'000 Kandidaten für Mars One beworben - einer von ihnen: Steve Schild. Die Besten von ihnen sollen ein siebenjähriges Trainingsprogramm absolvieren, das vergleichbar mit Big Brother am Fernsehen übertragen wird. Auch der siebenmonatige Flug sowie das Leben auf dem Mars soll gemäss Initianten als gigantische Reality-TV-Show inszeniert werden. 6 Milliarden Dollar Werbeeinnahmen sind nötig, um das technisch anspruchsvolle Projekt zu realisieren.

Ein Rückflug ist gemäss Organisatoren nicht vorgesehen. «Wir suchen Astronauten, die bereit sind, die Erde für immer zu verlassen», sagte Co-Gründer Bas Lansdorp bei der Lancierung des Projekts.

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