Washington: Trotz Ukraine-Krieg – USA sehen anderes Land als grössten Konkurrenten an

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WashingtonTrotz Ukraine-Krieg – USA sehen anderes Land als grössten Konkurrenten an

Russlands Attacke auf das Nachbarland Ukraine hält die Welt in Atem. In der neuen Strategie zur nationalen Sicherheit der USA bereitet aber ein anderer Akteur dem Land mehr Sorgen. 

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In der neuen Strategie zur nationalen Sicherheit der USA ist nicht etwa Russland der grösste «Feind», sondern China. 

In der neuen Strategie zur nationalen Sicherheit der USA ist nicht etwa Russland der grösste «Feind», sondern China. 

IMAGO/Pacific Press Agency
Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte seit dessen Amtsantritt aussenpolitisch einen Fokus auf China gelegt und einen harten Ton gegenüber Peking angeschlagen. 

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte seit dessen Amtsantritt aussenpolitisch einen Fokus auf China gelegt und einen harten Ton gegenüber Peking angeschlagen. 

IMAGO/Xinhua
Das lässt das kommunistisch geführte Land jedoch kalt. 

Das lässt das kommunistisch geführte Land jedoch kalt. 

IMAGO/Xinhua

Darum gehts

Trotz des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und atomarer Drohungen aus Moskau sehen die USA China als die grössere geopolitische Herausforderung an. «Peking will seine Einflusssphäre im indopazifischen Raum erweitern und die führende Macht der Welt werden», heisst es in der neuen Strategie zur nationalen Sicherheit, die die US-Regierung am Mittwoch in Washington veröffentlichte.

«Die Volksrepublik China ist der einzige Konkurrent, der nicht nur die Absicht hat, die internationale Ordnung umzugestalten, sondern auch über die wirtschaftliche, diplomatische, militärische und technologische Macht verfügt, dies zu tun.» Im Wettbewerb mit China seien die nächsten zehn Jahre «eindeutig das entscheidende Jahrzehnt». 

Mit China konkurrieren und «gefährliches Russland» in Schach halten

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte seit dessen Amtsantritt aussenpolitisch einen Fokus auf China gelegt und einen harten Ton gegenüber Peking angeschlagen. Durch Russlands Angriff auf die Ukraine war dies zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt. In dem Papier hiess es nun, Ziel sei es, effektiv mit China zu konkurrieren und zugleich «ein gefährliches Russland» in Schach zu halten.

Mit Blick auf Moskau schrieb die US-Regierung in der neuen Strategie: «In den vergangenen zehn Jahren hat sich die russische Regierung für eine imperialistische Aussenpolitik entschieden, die darauf abzielt, wichtige Elemente der internationalen Ordnung umzustürzen.» Dies sei in der Invasion in der Ukraine gegipfelt.

Kooperation mit China und Russland bei globalen Herausforderungen

«Die Vereinigten Staaten haben sich unter verschiedenen Regierungen mehrfach bemüht, Russland die Hand zu reichen, um unsere Rivalität zu begrenzen und pragmatische Bereiche der Zusammenarbeit zu finden. Präsident Putin hat diese Bemühungen zurückgewiesen, und es ist jetzt klar, dass er sich nicht ändern wird», hiess es weiter. «Russland stellt nun eine unmittelbare und anhaltende Bedrohung für den internationalen Frieden und die Stabilität dar.»

China und Russland sind die einzigen Länder, denen in dem 48-seitigen Papier eigene Kapitel gewidmet sind. Ansonsten ist dort eher in groben Zügen skizziert, wie sich die USA international positionieren wollen. Die US-Regierung betont unter anderem den generellen Ansatz, internationale Koalitionen zu stärken, aber auch mit Gegnern wie Russland und China wo immer möglich zu kooperieren, um globale Herausforderungen anzugehen, die anders nicht zu lösen seien – etwa Klimakrise, Ernährungssicherheit oder Pandemien. 

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(dpa/fos)

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