Aktualisiert 09.07.2006 06:56

Trotz Völkermord: Hausarrest gegen Mexikos Ex-Präsidenten Echeverría aufgehoben

Dem früheren mexikanischen Staatspräsident Luis Echeverría wird Völkermord vorgeworfen. Doch weil dieser zu weit zurückliege ist der Hausarrest für Echevarría aufgehoben worden.

Die Entscheidung des zuständigen Richters, teilte der Anwalt Echevarrías, Juan Velazquez, gestern mit.

Der Hausarrest war vor gut einer Woche für den 84-Jährigen angeordnet worden. Der Völkermord-Vorwurf bezog sich auf die Ereignisse des 2. Oktober 1968: Damals, einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele in Mexiko, hatte die Polizei eine Studentendemonstration auf dem Tlatelolco-Platz in Mexiko-Stadt blutig niedergeschlagen und dutzende Menschen getötet.

Jegliche Verantwortung zurückgewiesen

Echeverría war zu dem Zeitpunkt Innenminister des lateinamerikanischen Landes. Er selbst wies die Verantwortung zurück.

Echeverría regierte Mexiko von 1970 bis 1976 auf dem Höhepunkt des "schmutzigen Krieges" der damals regierenden Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) gegen marxistische Gruppen und Anhänger der Bewegung für mehr Demokratie.

Im Jahr 2001 hatte Mexikos Präsident Vicente Fox einen Sonderermittler ernannt, um die Straftaten während des "schmutzigen Krieges" in den 60er und 70er Jahren aufzuklären. Echeverría ist der erste frühere Verantwortliche der PRI, der seitdem verhaftet worden war.

(sda)

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