Waffenstillstand ignoriert: Trotz Waffenruhe fliegen die Raketen
Aktualisiert

Waffenstillstand ignoriertTrotz Waffenruhe fliegen die Raketen

Nur wenige Stunden nach einer Waffenstillstands-Vereinbarung haben militante Palästinenser Raketen und Mörsergranaten auf Südisrael abgeworfen.

Militante Palästinenser des Volkswiderstandskomitee PRC am 22. August 2011 in Gaza City.

Militante Palästinenser des Volkswiderstandskomitee PRC am 22. August 2011 in Gaza City.

Um die Mittagszeit am Montag erklärte das Volkswiderstandskomitee PRC, den mit anderen militanten Palästinenserorganisationen vereinbarten Waffenstillstand nun auch einhalten zu wollen. Wenige Stunden später wurden jedoch weitere Raketen auf Südisrael abgefeuert. Zu dem Beschuss bekannte sich das PRC.

Die israelische Regierung erklärte, sie sei an Waffenstillstandsgesprächen nicht beteiligt gewesen. Der israelische Präsident Schimon Peres erklärte: «Wenn sie aufhören zu feuern, gibt es einen Waffenstillstand.»

Kein formeller Waffenstillstand von Israel

Ein Sprecher der Hamas-Regierung im Gazastreifen sagte, alle militanten Palästinensergruppierungen hätten eine Waffenruhe vereinbart. Aus israelischen Militärkreisen verlautete, es gelte eine inoffizielle Waffenruhe. Israel werde jedoch keinen formellen Waffenstillstand verkünden, sondern sich das Recht vorbehalten, im Fall einer Bedrohung militärisch einzuschreiten.

Seit Beginn der jüngsten Zusammenstösse am Donnerstag sind bei israelischen Luftangriffen etwa 15 Palästinenser getötet worden. Zuvor waren bei Anschlägen in Israel acht Israelis ums Leben gekommen.

Das neue Raketenabwehrsystem in Israel konnte nach Angaben der Streitkräfte nicht alle Raketen aus dem Gazastreifen abfangen. So seien am Samstag vier von fünf Raketen zerstört worden, sagte Oberst Zvika Haimovitch. Die fünfte sei eingeschlagen und habe einen Mann getötet.

Wahlen verschoben

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verschob unterdessen zum dritten Mal die geplante Kommunalwahl. Er wolle sicherstellen, dass die Wahl sowohl im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen als auch im Westjordanland stattfinden könne, sagte Abbas am Montag.

Denselben Grund nannte er bereits, als er die Wahl zuletzt vom 9. Juli auf den 22. Oktober verschob. Ein neues Datum für die Abstimmung nannte er nicht.

Abbas hat seine reguläre Amtszeit als Präsident bereits überschritten und regiert im Westjordanland per Dekret. Die Hamas übernahm im Juni 2007 die Macht im Gazastreifen und installierte eine Nebenregierung zur Autonomiebehörde von Abbas. Versöhnungsgespräche haben bisher keine Fortschritte erzielt.

(sda)

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