Auswirkung der Eurokrise: Trüber Sommer für den Tourismus
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Auswirkung der EurokriseTrüber Sommer für den Tourismus

Egal, wie das Wetter ausfallen wird, das Seco rechnet mit einem Rückgang der Hotelübernachtungen in der kommenden Sommersaison. Nur die einheimischen Gäste sorgen für Aufhellung.

Der starke Franken und die schwache Konjunktur in der Euro-Zone belasten den Sommertourismus mehr als das Wetter.

Der starke Franken und die schwache Konjunktur in der Euro-Zone belasten den Sommertourismus mehr als das Wetter.

Die angelaufene Sommersaison dürfte für den Schweizer Tourismus trübe ausfallen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) teilte am Dienstag mit, die Zahl der Hotelübernachtungen dürfte zwischen Mai und Oktober 1,7 Prozent tiefer ausfallen als im vergangenen Jahr.

Einen Hoffnungsschimmer vermitteln den Touristiker noch die einheimischen Gäste. Sie dürften etwas mehr übernachten als noch 2011 (+0,6 Prozent), prophezeien die Konjunkturforscher von Bakbasel gemäss der Seco-Mitteilung.

Weniger Gäste aus Westeuropa

Bei den Gästen aus dem Ausland dürfte die Zahl der Übernachtungen dagegen um 3,4 Prozent zurückgehen. Ausbleiben dürften insbesondere Gäste aus Westeuropa. Die Konjunkturforscher rechnen hingegen mit mehr Touristen aus Asien.

Schon in der Wintersaison 2011/2012 mussten die Hoteliers und Pensionswirte einen empfindlichen Nachfrageeinbruch hinnehmen. Die neueste Schätzung für die im April abgelaufene Saison beziffert das Minus auf 3,2 Prozent. In den Alpen blieben dabei 6 Prozent der Gäste aus.

Bessere Aussichten für 2013/14

Für die Entwicklung macht das Seco die beiden bereits bekannten Gründe verantwortlich: Den starken Franken und die schwache Konjunktur in der Euro-Zone. Mit einer Rückkehr auf den Wachstumspfad darf die Branche nach Seco-Mitteilung erst 2013 rechnen. Zwar dürfte die Frankenstärke weiter drücken, doch die Talsohle sollte dann durchschritten sein.

Nächstes Jahr werde daher die Zahl der Hotelübernachtungen in der ganzen Schweiz rund 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Dank Nachholeffekten nach fünf mageren Jahren rechnet Bakbasel für 2014 gar mit einem Wachstum von 2,7 Prozent.

Bergbahnen ebenfalls betroffen

Auch die Schweizer Bergbahnen verzeichnen weniger Gäste: Im laufenden Tourismusjahr dürften die realen Verkehrserträge im Vergleich zur Vorjahresperiode um rund 3,3 Prozent zurückgehen.

Vor allem der vergangene Winter sei schwierig gewesen, schreibt das Seco. Nicht nur seien Gäste wegen dem schwachen Euro ausgeblieben, auch das Wetter mit den turbulenten Neujahrstagen und der Kälteperiode im Februar habe ein besseres Resultat verhindert.

Diesen Sommer dürfte die Nachfrage das Niveau aus dem Vorjahressommer ebenfalls nicht ganz halten können. Danach heitern sich die Aussichten aber auf: Für 2013 wird ein Wachstum von 2,9 Prozent prognostiziert.

(sda)

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