Aktualisiert 30.10.2016 16:20

Büren a. A.«Trüffelsuchen ist wie nach Gold zu graben»

Stefan Spahr baut Trüffel an. Zwar konnte die erste Ernte noch nicht eingefahren werden, im Anbau der edlen Knolle sieht er dennoch viel Potenzial.

von
Simon Ulrich

Schauen Sie Stefan Spahr und Hündin Piri bei der Trüffelsuche zu.

Bis zu 700 Franken werden für ein Kilogramm Burgundertrüffel bezahlt, Périgord-Trüffel kosten gar 2000 Franken pro Kilo. Den teuersten Speisepilz der Welt pflanzt Stefan Spahr auf seiner 15 Aren umfassenden Plantage in Büren a. A. an.

Doch wer glaubt, der Trüffelanbau führe zum schnellen Geld, irrt: Obwohl Spahr die ersten Setzlinge bereits vor sechs Jahren pflanzte, konnte er bislang noch keine Ernte einfahren. «Die ersten Erträge sind nach sechs bis acht Jahren zu erwarten», sagt Spahr, der die Plantage mit seiner Frau Linda bewirtschaftet. Das Ehepaar gehört zu den Schweizer Pionieren des Trüffelanbaus.

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Border-Collie Piri hilft Stefan Spahr auf der Suche nach dem Edelpilz. Den intensiven Duft reifer Trüffel nimmt die Hündin viel besser wahr als Menschen. Spahr ist sich sicher: «Ohne Piri fänden wir keinen einzigen Trüffel.»

Border-Collie Piri hilft Stefan Spahr auf der Suche nach dem Edelpilz. Den intensiven Duft reifer Trüffel nimmt die Hündin viel besser wahr als Menschen. Spahr ist sich sicher: «Ohne Piri fänden wir keinen einzigen Trüffel.»

SUL
Bis zu 700 Franken werden für ein Kilogramm Burgundertrüffel bezahlt, Périgord-Trüffel kosten gar 2000 Franken pro Kilo.

Bis zu 700 Franken werden für ein Kilogramm Burgundertrüffel bezahlt, Périgord-Trüffel kosten gar 2000 Franken pro Kilo.

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Keine Trüffel ohne Bäume: Die teuren Knollen wachsen unter Hainbuchen, Haselsträuchern, Baumhaseln, Schwarzkiefern und Stieleichen.

Keine Trüffel ohne Bäume: Die teuren Knollen wachsen unter Hainbuchen, Haselsträuchern, Baumhaseln, Schwarzkiefern und Stieleichen.

SUL

Ohne Bäume keine Trüffel

Spahrs edle Knollen – er kultiviert Sommertrüffel, Burgundertrüffel, Wintertrüffel und Grosssporige Trüffel – wachsen unter Hainbuchen, Haselsträuchern, Baumhaseln, Schwarzkiefern und Stieleichen. Denn in der Trüffelzucht gilt: Ohne Bäume keine Pilze. Die Wurzeln der Wirtsbäumchen werden deshalb früh mit den Sporen der Trüffel geimpft. «Der Trüffelpilz überlebt nur in der Symbiose mit den Baumwurzeln», weiss Spahr.

Mit den richtigen Bäumen und Sträuchern ist es allerdings nicht getan. Der Boden muss regelmässig bearbeitet, die Bäume geschnitten und das Gras gemäht werden. Zwingende

Voraussetzung ist zudem ein kalkhaltiger Boden

mit einem pH-Wert zwischen 7 und 8. «Auch lehmiger Untergrund ist für Trüffel geeignet, solange keine Staunässe besteht», sagt Spahr. Mit seinen kalkigen Böden bringe das Mittelland beste Voraussetzungen für eine Trüffelzucht mit.

Piri hat den Riecher

Schweizweit gibt es erst etwa 15 Hektaren Trüffelplantagen. Der Anbau von Trüffeln sei ein noch unbekannter Bereich, so Spahr. «In der Landwirtschaft braucht es jeweils eine gewisse Zeit, bis sich die Bauern auf Neues einstellen können.» Nichtsdestotrotz sieht er Potenzial im Anbau der edlen Knolle. «In einer biologischen und nachhaltigen Landwirtschaft könnten Trüffel künftig eine gute und sinnvolle Rolle spielen.»

Momentan muss Stefan Spahr seine Trüffel noch im Wald ausgraben. Dabei hilft ihm Border-Collie Piri, den Spahr bereits in jungen Jahren zum Trüffelhund ausbildete. Den intensiven Duft reifer Trüffel nimmt die Hündin problemlos durch die Erdschicht wahr. Spahr ist sich sicher: «Ohne Piri fänden wir keinen einzigen Trüffel.» Auch bei der künftigen Trüffelernte auf der Plantage wird Piri den Spahrs treu zur Seite stehen.

Auch nach all den Jahren hat die Trüffelsuche für Stefan Spahr nichts von ihrer Faszination verloren. «Es ist ein wenig wie nach Gold graben.»

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