25.07.2020 05:20

Retweets seien das ProblemTrump bedauert manche seiner Tweets

Der US-Präsident hat sich kritisch über seine Posts beim Kurznachrichtendienst geäussert. Es passiere zu oft, dass er aufwache und denke, er hätte etwas lieber nicht verbreiten sollen.

Auf Twitter folgen ihm 84 Millionen Nutzer: US-Präsident Donald Trump an einem Meeting im Weissen Haus am 18. Juni 2020.

Auf Twitter folgen ihm 84 Millionen Nutzer: US-Präsident Donald Trump an einem Meeting im Weissen Haus am 18. Juni 2020.

Keystone/AP/Alex Brandon

Darum gehts

  • Donald Trump hat sich zu seinem Twitter-Verhalten geäussert.
  • Manche seiner Tweets bereue er. Twitter sei anders als Briefe zu schreiben.
  • Wenn er nicht mehr Präsident ist, behält er seinen Account.

US-Präsident Donald Trump bedauert nach seinen Worten manche seiner kontroversen Tweets und Retweets. Trump sagte dem Gründer der Webseite «Barstool Sports», Dave Portnoy, in einem am Freitag veröffentlichten Interview auf eine entsprechende Frage, es geschehe «zu oft», dass er aufwache und denke, er hätte etwas lieber nicht auf Twitter verbreiten sollen. «Früher schrieb man einen Brief und sagte: «Dieser Brief ist wirklich schlecht». Und man legte ihn auf den Schreibtisch, ging am nächsten Tag zurück und sagte: «Oh, ich bin froh, dass ich das nicht abgeschickt habe».»

Trump sagte weiter: «Aber das machen wir bei Twitter nicht.» Stattdessen veröffentliche man Dinge dort sofort. Dann fühle man sich grossartig, bis die Anrufe mit der Frage kämen, ob man das wirklich gesagt habe. «Ich sage: «Was ist daran falsch?», und man findet viele Dinge.» Trump fügte hinzu: «Es sind nicht die Tweets, es sind die Retweets, die einen in Schwierigkeiten bringen.» Auf die Frage, ob er Twitter liebe, sagte der Präsident: «Es gibt Zeiten, da liebe ich es. Manchmal zu sehr.» Trump folgen auf Twitter 84 Millionen Nutzer.

Sein eigener Twitter-Account

Twitter verleihe ihm eine mächtige Stimme und sei für ihn sehr wichtig. Sein Twitter-Account @realdonaldtrump sei seiner und werde ihm auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt gehören. Er wisse aber nicht, ob er ihn danach noch nutzen werde. Trump bewirbt sich bei der Wahl im November für eine zweite Amtszeit. Twitter ist seit Jahren die wichtigste Kommunikationsplattform des Präsidenten. Seine Tweets und Retweets sorgen immer wieder für Kontroversen.

So war Trump beispielsweise Ende vergangenen Monats in die Kritik geraten, als er ein Video aus Florida retweetete, bei dem einer seiner Unterstützer «White Power» rief – im Kontrast zur «Black Power»-Bewegung gegen die Diskriminierung von Schwarzen. Dazu hatte Trump «grossartige Leute» geschrieben. Er löschte den Tweet danach wieder. Das Weisse Haus teilte mit, Trump habe den Ausspruch nicht gehört, sondern nur den Enthusiasmus seiner Anhänger wahrgenommen.

Twitter hatte bei den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt infolge des Todes des Afroamerikaners Georg Floyd in Minneapolis Ende Mai einen Tweet von Trump mit einem Warnhinweis versehen, weil der Beitrag gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung bei dem Dienst verstosse. Trump hatte in dem Tweet zu den Ausschreitungen in Minneapolis geschrieben: «Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen» – «when the looting starts, the shooting starts».

(SDA)

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36 Kommentare
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bisserl geschummelt

26.07.2020, 20:51

Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Ich glaube auch nicht dass ihm je was leid tat, über soviel Sozialkompetenz und Empathie verfügt er gar nicht.

Patriot

26.07.2020, 07:49

Herr Trump sollte einmal einen Blick in die Geschichtsbücher werfen. Das letzte Staatsoberhaupt das immer verbal entgleiste und es ihm danach erst klar wurde das das was gerade gesagt wurde gefährlich ist war Kaiser Wilhelm II. Mit seiner grossen Klappe setzte der Hohenzoller mal eben ganz Europa in Brand. Im Oval Office läuft gerade das gleiche wie damals in Berlin ab. Ein Staatsoberhaupt, nur umgeben von servilen Mitarbeitern, Speichelleckern und Ja-Sagern verliert den Bezug zur Realität. Einerseits machen sich viele über ihn lustig das wiederum zu der falschen Annahme führt das so jemand im Grunde harmlos ist. Denn es gibt leider allzu viele die seine Worte für bare Münze nehmen bis es irgendwann zu spät ist.

mich rührt es,er nicht

26.07.2020, 07:48

Um seine Haut zu retten greift er nun zur Tränendrüse?