24.08.2020 04:45

Tochter von Trump-Beraterin«Der Job meiner Mutter hat mein Leben ruiniert»

Trump-Beraterin Kellyanne Conway will sich auf ihre Familie konzentrieren und tritt überraschend zurück. Vorausgegangen war ein Hilferuf ihrer Tochter auf Social Media.

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 Die Beraterin Kellyanne Conway  verlässt das Weisse Haus.

Die Beraterin Kellyanne Conway verlässt das Weisse Haus.

REUTERS
Sie war die Wahlkampf-Managerin 2016.

Sie war die Wahlkampf-Managerin 2016.

REUTERS
Für Trump legte sie sich stets ins Zeug.

Für Trump legte sie sich stets ins Zeug.

keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Kellyanne Conway hat ihren Rücktritt angekündigt.
  • Sie war die Wahlkampfmanagerin 2016.
  • «Fürs Erste und für meine geliebten Kinder wird es weniger Drama und mehr Mama geben», gibt Conway als Begründung an.
  • Der Zeitpunkt kommt denkbar ungünstig für Trump – am 3. November steht er gegen Joe Biden zur Wiederwahl.

Einen Tag vor Beginn des Parteitags der US-Republikaner hat Kellyanne Conway, eine hochrangige Beraterin von Präsident Donald Trump, überraschend ihren Rückzug aus dem Weissen Haus zum Ende des Monats angekündigt.

«Dies ist vollkommen meine Entscheidung und meine Stimme. Zu gegebener Zeit werde ich meine Pläne für die Zukunft bekannt geben», teilte die 53-Jährige am Sonntagabend (Ortszeit) mit. «Fürs Erste und für meine geliebten Kinder wird es weniger Drama und mehr Mama geben.»

Grosse Bekanntheit im Ausland erlangte Conway Anfang 2017, als sie versuchte, Trumps Unwahrheiten einfach zu «alternativen Fakten» zu erklären. «Alternative Fakten» wurde 2017 in Deutschland und Österreich zum Unwort des Jahres gekürt.

Seit Monaten hatte es in US-Medien Spekulationen über Kellyanne Conways Beziehung mit Ehemann George gegeben, der ein prominenter konservativer Anwalt und lautstarker Kritiker Trumps ist. Der 56-Jährige kündigte zeitgleich an, er werde sich vom Lincoln Project zurückziehen, um «mehr Zeit für Familienangelegenheiten» zu haben. Die Ziele der aus Republikanern bestehenden Gruppe von Trump-Kritikern unterstütze er weiterhin. Das Lincoln Project will unter anderem die Wiederwahl Trumps im November verhindern.

Das Paar hat vier gemeinsame Kinder. Eine Tochter äusserte seit Wochen in sozialen Medien ihre Unzufriedenheit über die Arbeit der Eltern. So schrieb Claudia Conway auf Twitter: «Der Job meiner Mutter hat mein Leben ruiniert.» Und dass es ihr das Herz breche, dass ihre Mutter auf ihrem Weg bleibe, «nachdem sie über Jahre gesehen hat, wie ihre Kinder leiden».

Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Kellyanne Conway als Wahlkampfmanagerin Trump zum Sieg verholfen. Nach dessen Amtsantritt wurde sie Beraterin des US-Präsidenten und eine seiner entschlossensten Verteidigerinnen.

Trump hatte trotz der Position von Kellyanne Conway keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen deren Ehemann gemacht. In einem Tweet nannte er George Conway im vergangenen Jahr «einen eiskalten Verlierer und höllischen Ehemann».

(woz/SDA)

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