Aktualisiert 20.07.2017 07:57

Russland-AffäreTrump bereut Ernennung von Jeff Sessions

Donald Trump empfindet den Rückzug des Justizministers aus den Russland-Ermittlungen als «sehr unfair».

von
chk
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Diese Augenbrauen wurden zum Tagesgespräch auf Twitter. (24. Juli 2017)

Diese Augenbrauen wurden zum Tagesgespräch auf Twitter. (24. Juli 2017)

AFP/Yuri Gripas
Eine Kundgebung wie im Wahlkampf: Donald und Melania Trump in Youngstown, Ohio. (25. Juli 2017)

Eine Kundgebung wie im Wahlkampf: Donald und Melania Trump in Youngstown, Ohio. (25. Juli 2017)

Keystone/Tony Dejak
Die «Augenbrauen-Lady» (l.) stiehlt Trump die Show: Pressekonferenz zum Gesundheitssystem im Weissen Haus.

Die «Augenbrauen-Lady» (l.) stiehlt Trump die Show: Pressekonferenz zum Gesundheitssystem im Weissen Haus.

AFP/Yuri Gripas

US-Präsident Donald Trump hat den Rückzug von Justizminister Jeff Sessions aus den Russland-Ermittlungen des FBI kritisiert. Hätte er das zuvor gewusst, wäre seine Wahl für den Posten auf jemand anderen gefallen, sagte Trump in einem Interview mit der «New York Times» am Mittwoch. Sessions hatte sich Anfang März wegen Befangenheit aus den Ermittlungen zurückgezogen. Dies sei «dem Präsidenten gegenüber sehr unfair» gewesen, so Trump.

Der US-Justizminister Sessions war einer der ersten öffentlichen Unterstützer Trumps gewesen. Er zog sich aus den FBI-Ermittlungen zur mutmasslichen Wahlbeeinflussung Russlands zurück, nachdem bekannt wurde, dass er ein Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr verschwiegen hatte. Sessions' Rücktritt ebnete den Weg für die Einsetzung des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller.

Vorwürfe gegen FBI-Direktor McCabe

In dem Interview übte Trump zudem Kritik an dem Sonderermittler und schlug einen drohenden Ton an: Bei dessen Ernennung gebe es einen Interessenskonflikt, da er mit Mueller ein Vorstellungsgespräch geführt habe, um den Posten des FBI-Direktors gegebenenfalls mit ihm neu zu besetzen. «Es gab noch viele andere Konflikte, über die ich nicht gesprochen habe, aber irgendwann werde ich es tun», so Trump.

Trump äusserte ähnliche Vorwürfe auch gegen den amtierenden FBI-Direktor Andrew McCabe und den stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein. Dem ehemaligen FBI-Direktor James Comey, den er im Mai überraschend entlassen hatte, warf er vor, ihn über ungeprüfte und belastende Informationen unterrichtet zu haben, um Einfluss auf ihn vor Trumps Amtseinführung zu bekommen. Das Justizministerium äusserte sich zu dem Interview zunächst nicht.

Trump verteidigt Gespräch mit Putin

Trump verteidigte zudem ein inoffizielles Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. Dieses habe etwa 15 Minuten gedauert und es sei «mehr um Nettigkeiten als alles andere» gegangen. Zudem hätten er und Putin kurz über das Thema Adoption gesprochen. Russland verbietet amerikanischen Paaren russische Kinder zu adoptieren, seitdem der US-Kongress 2012 den Weg für Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen gegen Russland freigemacht hatte.

Den Zufall, dass auch sein Sohn, Donald Trump Jr., nach eigenen Angaben bei einem umstrittenen Treffen mit einer russischen Anwältin über das Thema Adoption gesprochen hatte, nannte Trump im Interview «interessant».

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