Reaktion auf Barcelona-Terror: Trump empört mit Schweineblut-Tweet

Aktualisiert

Reaktion auf Barcelona-TerrorTrump empört mit Schweineblut-Tweet

Der US-Präsident hat nach der Terrorattacke in Barcelona zwei Tweets veröffentlicht. Einer davon enthielt eine bizarre Empfehlung und ist historisch falsch.

von
kf
In der Kritik: Nach der Terrorattacke in Barcelona setzte der US-Präsident Donald Trump einen fragwürden Tweet ab.

In der Kritik: Nach der Terrorattacke in Barcelona setzte der US-Präsident Donald Trump einen fragwürden Tweet ab.

Keystone/Pablo Martinez Monsivais

In einem ersten Statement zu den Terroranschlägen in Barcelona sprach US-Präsident Donald Trump den Betroffenen Mut zu. «Die Vereinigten Staaten verurteilen die Terrorattacke», twitterte er kurz nach dem Attentat. «Bleibt stark und hart, wir lieben euch!» Mit seinem zweiten Tweet, der kurz später folgte, löste er dann grosse Empörung aus.

«Schaut euch an, was der amerikanische General Pershing mit Terroristen getan hat, wenn sie gefangen wurden», so Trump. Er fügte an: «Es gab keinen radikalen islamischen Terror für die nächsten 35 Jahre!»

Eine unwahre Geschichte

Damit bezog er sich US-General John J. Pershing, der Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene hatte erschiessen lassen. Die Kugeln habe er vorher in Schweineblut getaucht, damit den Gläubigen der Weg ins Paradies versperrt blieb. Das Schwein gilt im Islam als unreines Tier. Experten zufolge ist diese Geschichte aber unwahr.

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Zehntausende nahmen an einem Marsch gegen Terrorismus in Barcelona teil. König Felipe VI (Mitte) steht zwischen dem Premierminister Mariano Rajoy (links) und dem Präsidenten Kataloniens, Carles Puigdemont (rechts). (26. August 2017)

Zehntausende nahmen an einem Marsch gegen Terrorismus in Barcelona teil. König Felipe VI (Mitte) steht zwischen dem Premierminister Mariano Rajoy (links) und dem Präsidenten Kataloniens, Carles Puigdemont (rechts). (26. August 2017)

AFP/Luis Gene
Menschen haben Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blumen zugedeckt. Auf dem Plakat steht «Recht und Friede». (26. August 2017)

Menschen haben Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blumen zugedeckt. Auf dem Plakat steht «Recht und Friede». (26. August 2017)

AFP/Quique Garcia/EPA
Polizisten zünden in Cambrils Kerzen für die Opfer an. (25. August 2017)

Polizisten zünden in Cambrils Kerzen für die Opfer an. (25. August 2017)

Keystone/Manu Fernandez/AP

Laut Nachrichtenagentur AP hat Politifact, eine Organisation, die Aussagen von Politikern überprüft, Trumps Behauptung über Pershing als falsch eingestuft. Pershing schrieb in seinen Memoiren jedoch von einem Fall eines anderen US-Befehlshabers auf den Philippinen, der mindestens einmal die Leichen muslimischer Rebellen mit toten Schweinen als Warnung begraben lassen haben soll. «Es war nicht angenehm, solche Massnahmen zu ergreifen, aber die Aussicht, in die Hölle anstatt in den Himmel zu kommen, schreckte mögliche Attentäter manchmal ab», so Pershing.

Bereits im Wahlkampf hatte Trump die Anekdote erzählt. Schon damals hiess es, die Geschichte sei eine Erfindung, es gebe keine historischen Indizien dafür. In zahlreichen Reaktionen auf Trumps Tweet hiess es in US-Medien: Während die Welt noch um die Toten trauere, verweise der Präsident der Vereinigten Staaten auf eine Lüge, mit der die Exekution Gefangener glorifiziert werde.

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