Aktualisiert 18.01.2017 15:19

Gouverneur via PayPal?

Trump-Fans planen ihre Karrieren im Windschatten

Der Tech-Milliardär Peter Thiel denkt daran, als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Auch Trump-Fan Laura Ingraham zieht es in die Politik.

von
sut
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Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten organisierte der Tech-Investor Peter Thiel (Mitte) ein Gipfeltreffen mit Firmenchefs aus dem Silicon Valley. Mit dabei war Tim Cook von Apple (rechts). (14. Dezember 2016)

Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten organisierte der Tech-Investor Peter Thiel (Mitte) ein Gipfeltreffen mit Firmenchefs aus dem Silicon Valley. Mit dabei war Tim Cook von Apple (rechts). (14. Dezember 2016)

AP/Evan Vucci
Andere Teilnehmer des Gipfels im Trump Tower (von links): Larry Page von Google, Sheryl Sandberg von Facebook, der gewählte Vizepräsident Mike Pence, Trump, Thiel, Cook und Safra Catz von Oracle.

Andere Teilnehmer des Gipfels im Trump Tower (von links): Larry Page von Google, Sheryl Sandberg von Facebook, der gewählte Vizepräsident Mike Pence, Trump, Thiel, Cook und Safra Catz von Oracle.

AP/Evan Vucci
Jetzt scheint der Ruhm Peter Thiel in den Kopf zu steigen: Angeblich erwägt er, im Jahr 2018 zum Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Bild: Auf dem Republikanerkongress am 19. Juli 2016 in Cleveland.

Jetzt scheint der Ruhm Peter Thiel in den Kopf zu steigen: Angeblich erwägt er, im Jahr 2018 zum Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Bild: Auf dem Republikanerkongress am 19. Juli 2016 in Cleveland.

AP/Carolyn Kaster

Donald Trump schaffte das Unglaubliche und wurde als Geschäftsmann auf Anhieb US-Präsident. Das können wir auch, scheinen jetzt manche politische Gesinnungsfreunde zu glauben. Die prominentesten darunter: Peter Thiel und Laura Ingraham.

Der 49-jährige Thiel ist Tech-Investor und unter den Milliardären des Silicon Valley als Republikaner eine Ausnahmefigur. Der in Deutschland geborene Vordenker wurde reich, weil er den Bezahlservice PayPal mitzugründen half und früh in Facebook investierte.

Minderheitspartei in Kalifornien

Wie «Politico» berichtet, denkt Thiel jetzt daran, im nächsten Jahr womöglich als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Der jetzige Amtsinhaber Jerry Brown kann aufgrund einer Amtszeitbeschränkung nicht noch einmal antreten.

Thiel würde aber eine schwierige Aufgabe anpacken, denn in Kalifornien stellen die Demokraten die allermeisten Amtsinhaber. Trump erhielt im grössten US-Gliedstaat bloss 30 Prozent der Stimmen. Und mit dem Vizegouverneur Gavin Newsom, dem Finanzminister John Chang und dem Bürgermeister Antonio Villaraigosa aus Los Angeles halten die Demokraten starke Kandidaten für 2018 bereit.

Drahtzieher im Silicon Valley

Thiel hat jedoch am Parteikongress im Sommer eine weitherum beachtete Rede gehalten. Er wirkte im Hintergrund bei der erfolgreichen Daten-Operation Trumps mit. Und nach der Wahl organisierte er ein Spitzentreffen von Top-Leuten aus dem Silicon Valley mit dem «President-elect»:

Den Wahlkampf könnte er mit seinem Vermögen aus eigenen Mitteln bestreiten. Kenner des als öffentlichkeitsscheu bekannten Mannes halten eine Kandidatur zwar immer noch für unwahrscheinlich. Doch auffälligerweise hat Thiel entsprechende Gerüchte nicht abgestritten.

Schon Website-Adressen gekauft

Laura Ingraham ist da schon weiter. Die «Königin des konservativen Talk-Radios» soll laut «Washington Examiner» daran denken, sich nächstes Jahr um den Senatssitz des Gliedstaates Virginia zu bewerben. Ihr Geschäftspartner hat eifrig Internet-Domainadressen gekauft. Darunter: ingrahamsenate.net, ingrahamsenate.com, ingrahamforvirginia.com und ingraham2018.com

Der Sitz wird heute von Tim Kaine gehalten, dem Vize-Partner von Hillary Clinton in der vergangenen Wahl. Könnte die Republikanerin Ingraham den Demokraten diesen Sitz wegnehmen, wäre die konservative Mehrheit im Senat noch besser abgestützt als bis anhin.

Handstellung wie beim Hitlergruss

Ingraham schielt allerdings nicht als einzige Republikanerin auf Kaines Sitz. Zwei Parteikollegen haben auch ihr Interesse angemeldet. Ingraham ist landesweit bekannter als die anderen. Die Radiofrau sieht man oft als Kommentatorin auf Fox News, und sie betreibt die eigene Website Lifezette. Auf dem Parteitag hielt sie eine stürmisch beklatschte Rede. Auf dem Internet gaben vor allem ihre Handgesten zu reden, die wie Nazi-Grüsse wirkten:

(Quelle: YouTube/G4ViralVideos)

Eine Zeit lang war Ingraham bei Trump als Pressesprecherin im Gespräch. Der Job ging dann aber an Sean Spicer. Sie selbst will zu ihren allfälligen Plänen keine Auskunft geben.

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