Aktualisiert 21.10.2016 23:59

US-WahlkampfTrump greift Michelle Obama an

Nun knöpft er sich auch noch die First Lady vor: Erstmals in seinem Wahlkampf hat der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump die Ehefrau von Präsident Barack Obama direkt attackiert.

von
bee
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Beunruhigende Entwicklung: Jeder dritte Amerikaner befürchtet gefälschte Präsidentschaftswahlen. (9. Oktober 2016)

Beunruhigende Entwicklung: Jeder dritte Amerikaner befürchtet gefälschte Präsidentschaftswahlen. (9. Oktober 2016)

Keystone/John Locher
Diesmal mit Handshake: Hillary Clinton und Donald Trump am Wohltätigkeits-Dinner der Alfred E. Smith Gedächtnisstiftung. (20. Oktober 2016)

Diesmal mit Handshake: Hillary Clinton und Donald Trump am Wohltätigkeits-Dinner der Alfred E. Smith Gedächtnisstiftung. (20. Oktober 2016)

AFP/Mandel Ngan
Zeigen Respekt für die Nationalhymne: Hillary Clinton, Kardinal Timothy Dolan, Donald Trump und seine Frau Melania Trump (von links). (20. Oktober 2016)

Zeigen Respekt für die Nationalhymne: Hillary Clinton, Kardinal Timothy Dolan, Donald Trump und seine Frau Melania Trump (von links). (20. Oktober 2016)

Keystone/Andrew Harnik

Bei einem Auftritt in Fletcher im Bundesstaat North Carolina kritisierte Donald Trump die in der Bevölkerung überaus populäre Michelle Obama dafür, dass sie sich für seine Rivalin Hillary Clinton engagiert. Die First Lady wolle «nichts Anderes machen als Wahlkampf», sagte Trump.

Der Republikaner warf der Präsidentengattin eine widersprüchliche Haltung zu seiner Kontrahentin im Rennen um das Weisse Haus vor. Michelle Obama habe einmal gesagt, dass jemand, der nicht auf sein eigenes Zuhause aufpassen könne, auch nicht auf das Weisse Haus oder das Land aufpassen könnte. Darüber werde aber nicht mehr geredet.

Wahlkampfauftritt vor acht Jahren

Der Immobilienmogul spielte mit diesen Äusserungen offenbar auf die früheren ausserehelichen Eskapaden von Clintons Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, an.

Michelle Obama hatte tatsächlich im Jahr 2008, als ihr Mann gegen Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten konkurrierte, bei einem Wahlkampfauftritt vor Frauen gesagt: «Aus meiner Sicht kannst Du, wenn Du Dein eigenes Haus nicht in Ordnung halten kannst, sicherlich nicht das Weisse Haus in Ordnung halten.»

Buhrufe auf Wohltätigkeitsdinner

Donald Trump muss an einem traditionellen Dinner einstecken.

Das Weisse Haus reagiert mit Spott

In den vergangenen Monaten engagierte sich Michelle Obama allerdings stark im Wahlkampf für Clinton. Sie war eine der Hauptrednerinnen beim Parteitag im Juli in Philadelphia, bei dem die Ex-Aussenministerin zur Präsidentschaftskandidatin gekürt wurde, und griff Trump in der vergangenen Woche hart wegen dessen sexistischer Sprüche an.

Am Donnerstag reiste die First Lady dann zur Unterstützung der Clinton-Kandidatur nach Arizona. Der Staat im Südwesten ist eine traditionelle Bastion der Republikaner, die Demokratin hat dort aber laut Umfragen gute Chancen auf den Wahlsieg.

Das Weisse Haus kommentierte Trumps Attacke auf die Präsidentengattin mit Spott: Er könne sich «kein kühneres Mittel» des republikanischen Kandidaten zur weiteren Schmälerung seines Rufs vorstellen, als die First Lady anzugehen, sagte Sprecher Eric Schultz. (bee/afp)

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