Amtseinführung: Trump hat gewonnen – so ein grosses Publikum wird Biden nicht haben
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AmtseinführungTrump hat gewonnen – so ein grosses Publikum wird Biden nicht haben

Die Amtseinführung von Joe Biden und seiner designierten Vize Kamala Harris wird anders sein als alle anderen davor. Das wissen wir über die ungewöhnliche Amtseinführung des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

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Wenn Joe Biden (l.) am kommenden Mittwoch vereidigt wird, dürfte Donald Trump schon über alle Berge sein. 

Wenn Joe Biden (l.) am kommenden Mittwoch vereidigt wird, dürfte Donald Trump schon über alle Berge sein.

AFP
Noch vor der Amtseinführung am 20. Januar will der scheidende Präsident offenbar der US-Hauptstadt den Rücken kehren (Bild vom Oktober2020).

Noch vor der Amtseinführung am 20. Januar will der scheidende Präsident offenbar der US-Hauptstadt den Rücken kehren (Bild vom Oktober2020).

AFP
Doch ob mit oder ohne, solche Bilder wie bei Trumps Amtsvereidigung im Januar 2016 wird es dieses Jahr vom Capitol Hill nicht geben. 

Doch ob mit oder ohne, solche Bilder wie bei Trumps Amtsvereidigung im Januar 2016 wird es dieses Jahr vom Capitol Hill nicht geben.

REUTERS

Nimmt die Öffentlichkeit am 20. Januar teil?

Wahrscheinlich nicht. Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, hat Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Der Wohnungsvermittler Airbnb hat Buchungen abgesagt, damit Personen nicht in die Hauptstadt kommen. Aktivisten forderten, dass Bürgermeisterin Bowser auch alle örtlichen Hotels schliesst. Sie wollte das nicht tun. Strassen und U-Bahn-Stationen in der Innenstadt von Washington werden geschlossen sein. Die Behörden überlegen auch, alle Brücken aus dem US-Staat Virginia in die Hauptstadt zuzumachen.

Der Ausschluss der Öffentlichkeit wird entsprechend für ganz andere Bilder sorgen. Immerhin wird dann auch die Debatte entfallen, wer die grösste Zuschauermenge anzog. Diese Diskussion hatte 2016 stattgefunden, wobei sich der frisch gewählte US-Präsident sich dabei besonders hervor tat.

Was wird alles anders sein?

Fast alles. Normalerweise nimmt der scheidende Präsident normalerweise an der Amtseinführung teil, um den friedlichen Machtwechsel zu demonstrieren. Donald Trump weigert sich aber, zu kommen. Er behauptet fälschlicherweise, dass es bei der Präsidentschaftswahl Betrug gegeben habe. Sein Vizepräsident Mike Pence hat vor, teilzunehmen.

Für einmal wird es auch keine Parade mit zahlreichen Menschen geben, die dem neuen Präsidenten zujubeln. Auch die Tanzveranstaltungen zur Amtseinführung für Biden, Vizepräsidentin Kamala Harris und deren Ehepartner sind gestrichen.

Ursprünglich hatten die Organisatoren vor, Teile einer normalen Amtseinführung beizubehalten, die kleiner gestaltet worden wären und unter Berücksichtigung von Beschränkungen wegen des Coronavirus stattgefunden hätten. Angesichts des gewalttätigen Angriffs von Trump-Anhängern auf das Capitolgebäude am 6. Januar bleibt von Normalität bei der Amtseinführung nicht viel übrig.

Entsprechend sieht bei dieser Vereidigung auch die Innenstadt von Washington wie ein Militärlager aus. Die National Mall ist für die Öffentlichkeit abgeriegelt, das Washington Monument kann nicht besucht werden. Am 20. Januar werden bis zu 21’000 Mitglieder der Nationalgarde im Einsatz sein, gemeinsam mit Tausenden Polizisten der Hauptstadt und zahlreichen Bundesstrafverfolgungsbehörden. Alles zusammen seien in Washington mehr Sicherheitskräfte im Einsatz als derzeit in Afghanistan und Irak zusammen, heisst es.

Wird irgendetwas so sein wie früher?

Ja. Wie ihre Amtsvorgänger werden Biden und Harris ihren Amtseid vor dem Capitolgebäude ablegen – das passiert normalerweise vor Mittag Ortszeit, also gegen 18 Uhr unsere Zeit.

Zudem gibt es Auftritte von Jennifer Lopez oder Lady Gaga, welche die Nationalhymne singen wird.

Biden wird der Webseite seiner Amtseinführung zufolge eine Rede an die Nation halten. Anschliessend sollen er und Vizepräsidentin Harris die traditionelle Inspektion von Soldaten vornehmen. Damit wird der friedliche Machttransfer an einen neuen Oberbefehlshaber symbolisiert.

Biden, seine Frau Jill, Harris und deren Ehemann Douglas Emhoff besuchen später den Arlington-Nationalfriedhof, um am Grab des unbekannten Soldaten einen Kranz niederzulegen. Dort gesellen sich die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton sowie deren Ehefrauen zu ihnen.

Statt der Feiern am Abend ist ab 20:30 Uhr Ortszeit ein Fernsehevent geplant, moderiert von Tom Hanks. Auftreten sollen dabei Celebs wie Justin Timberlake, Demi Lovato, Ant Clemons and Jon Bon Jovi.

Wird es Gewalt geben?

Die Amtseinführung findet zwei Wochen nach dem Aufstand im Capitolgebäude statt. Die Strafverfolgungsbehörden geben sich zuversichtlich, die Situation im Griff zu haben. Die Amtsvereidigung sei wie der «Superbowl» für Sicherheitskräfte, hiess es etwa.

Die Bundespolizei FBI warnt aber vor bewaffneten Protesten und möglichen Anschlägen von militanten Trump-Anhängern. Die Spannungen werden bis nach dem 20. Januar hoch sein. Die Behörden teilten am Freitag mit, die Bewachung des Capitolgebäudes und des Weissen Hauses könnte Angreifer dazu veranlassen, sich nach leichter anzugreifenden Zielen in Washington oder in anderen Teilen der USA umzusehen.

(AP/gux)

Deine Meinung

449 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

allgemeinerfakt

18.01.2021, 00:08

Wenn wir Politiker haben, die nur noch die Grosskonzerne oder ein anderer Zweig der Wirtschaft vertreten und nicht mehr für das Volk regieren und alle anderen Mundtod machen, dann ist das keine Demokratie mehr.

versteheesnicht

17.01.2021, 21:18

Ich möchte jetzt aber noch etwas zu Navalny sagen.! Wieso fliegt der nach Moskau zurück. Er weis doch dass er zu 100% verhaftet wird. Also braucht er das Aufsehen der Weltbevölkerung, grad so wie der Trump.??

looos

17.01.2021, 19:16

Was habt ihr immer mit dem Alter von Biden? Trump ist nicht viel jünger.