Dokumente entsorgt?: Trump hat die «langjährige Angewohnheit» das WC zu verstopfen 

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Dokumente entsorgt?Trump hat die «langjährige Angewohnheit» das WC zu verstopfen 

Donald Trump bestreitet, dass er in seiner Amtszeit Dokumente verschwinden liess. In diesem Zusammenhang hat das FBI in einer einmaligen Aktion Trumps Anwesen in Florida durchsucht – und es sind belastende Fotos aufgetaucht. 

Leute des Secret Service stehen am Montagabend vor dem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. 

Leute des Secret Service stehen am Montagabend vor dem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida. 

REUTERS

Dass das FBI das Anwesen von Ex-Präsident Donald Trump durchsucht, ist äusserst ungewöhnlich, darin sind sich die amerikanischen Medien einig: Das sei nicht einmal Richard Nixon nach Watergate-Affäre und Rücktritt passiert. Die Behörden müssten für eine solche Aktion schon einen stark begründeten Verdacht haben, so der Tenor. 

Die Durchsuchung von Trumps  Mar-a-Lago dürfte in Verbindung stehen mit Vorwürfen vom letzten Winter: Trump soll während seiner Präsidentschaft Akten und Dokumente zurückgehalten oder vernichtet haben. In den USA muss jede Korrespondenz des Präsidenten archiviert und für die Nachwelt aufgehoben werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Personal: Trump verstopfte das WC regelmässig

Der 45. Präsident der USA, Donald Trump.

Der 45. Präsident der USA, Donald Trump.

REUTERS

Damals argwöhnten Beamte der Nationalarchive, dass Trump und sein Team gegen Gesetze zum Umgang mit Regierungsdokumenten verstossen hatten. Später wurden tatsächlich 15 Boxen mit Dokumenten aus Mar-a-Lago abgeholt, die mutmasslich klassifizierte Informationen zur nationalen Sicherheit enthielten. Eine Ironie der Geschichte, denkt man an die von Trump bis zum Letzten ausgeschlachtete E-Mail-Affäre rund um Hillary Clinton. 

Gleichzeitig erfuhr die White-House-Korrespondentin der «New York Times» vom Personal des Weissen Hauses, dass Trump mit zerknüllten Papierstücken jeweils die Toiletten verstopfte.

«Die Made» präsentiert Fotos

Trump habe eine langjährige Angewohnheit, «Dokumente zu zerreissen, die nach dem Presidential Records Act aufbewahrt werden sollten». Diese Fotos aus dem Weissen Haus und von einer Auslandsreise sollen das belegen. 

Trump habe eine langjährige Angewohnheit, «Dokumente zu zerreissen, die nach dem Presidential Records Act aufbewahrt werden sollten». Diese Fotos aus dem Weissen Haus und von einer Auslandsreise sollen das belegen. 

Twitter/Maggie Haberman

Trumps «langjährige Angewohnheit, Dokumente zu zerreissen, die nach dem Presidential Records Act aufbewahrt werden sollten», sei im Westwing einigen, aber nicht allen Mitarbeitern bekannt gewesen, so Haberman, Trump bestritt dies damals lautstark: Maggie Haberman, deren Berichterstattung er schon lange fast zwanghaft verfolgt, sei eine «Made». 

Jetzt hat Haberman der US-Nachrichtenseite «Axios» zwei Fotos gegeben, die Trumps «Angewohnheit» belegen sollen: beschriftete Papierfetzen in WC-Schüsseln – beschrieben mit einem von Trump bevorzugten, dicken Filzstift. Ein Foto soll dabei im Weissen Haus, das andere während einer Auslandsreise entstanden sein. 

Alles fabriziert, so die Reaktion darauf aus dem Trump-Team. «Man muss schon ziemlich verzweifelt sein,  Bücher zu verkaufen, wenn Bilder von Papier in einer Toilettenschüssel Teil der PR-Tour sind», sagte Trump-Sprecher Taylor Budowich und spricht damit Habermans demnächst erscheinendes Buch an.

«Dieses Buch fürchtet Trump am meisten»

In «Confidence Man – The Making of Donald Trump and the Breaking of America», das am 4. Oktober erscheinen soll, geht es um Trumps frühes Leben in New York und «seine jahrzehntelangen Interaktionen mit Staatsanwälten», seine vier Jahre in Washington und sein Leben nach der Präsidentschaft. 

Das Buch werde von der «Trump-Welt» mit Spannung erwartet – es sei sogar das Buch, das Trump am meisten fürchte, so «Axios». 

Immerhin seien mehrere Berater mehr als unglücklich darüber gewesen, dass Trump sich zu Gesprächen mit der Pulitzerträgerin in Mar-a-Lago bereit erklärt hatte. «Aber sie kamen zu dem Schluss, dass er nicht anders konnte und nicht zu bremsen war», so «Axios». 

Keine kennt Trump wie Maggie Haberman

Maggie Haberman bei der Pulitzerpreisverleihung 2018 – den Preis erhielten sie und ein Team der «New York Times» für die Berichterstattung über die Trump-Administration.  

Maggie Haberman bei der Pulitzerpreisverleihung 2018 – den Preis erhielten sie und ein Team der «New York Times» für die Berichterstattung über die Trump-Administration.  

Wikipedia/Andrew Lih

Haberman, eine waschechte New Yorkerin, gilt als Star unter Politjournalisten und -journalistinnen und hat sich als solche, wie sonst kaum jemand, mit Donald Trump auseinandergesetzt.

Ihre zahlreichen Enthüllungsberichte über ihn – von seinen zahlreichen juristischen Problemen, über die Versuche, Robert Mueller zu entlassen, bis hin zu seinen Telefonen, die von russischen oder chinesischen Spionen leicht abgehört werden können – sorgten und sorgen immer wieder für Aufsehen. Entsprechend, so eine Beobachtung, «verabscheut Trump Haberman zutiefst, auch wenn er sich nach ihrer Zustimmung sehnt». 

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(gux)

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