Kongress der Republikaner: Trump in Cleveland – Ruhe vor dem Sturm?

Aktualisiert

Kongress der RepublikanerTrump in Cleveland – Ruhe vor dem Sturm?

Mit einem beispiellosen Polizeiaufgebot rüstet sich die mittelwestliche Industriestadt für die Trump-Convention.

von
Martin Suter
Cleveland
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Der offizielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner: Donald Trump mit Tochter Ivanka am Parteitag in Cleveland. (21. Juli 2016)

Der offizielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner: Donald Trump mit Tochter Ivanka am Parteitag in Cleveland. (21. Juli 2016)

AP/J. Scott Applewhite
«Demütig und dankbar» nehme er die Nominierung an, sagte Trump in seiner Rede.

«Demütig und dankbar» nehme er die Nominierung an, sagte Trump in seiner Rede.

AP/Carolyn Kaster
Trumps Auftritt war der Höhe- und Schlusspunkt der viertägigen Parteiveranstaltung der Republikaner.

Trumps Auftritt war der Höhe- und Schlusspunkt der viertägigen Parteiveranstaltung der Republikaner.

epa/Tannen Maury

Cleveland hat sich für Donald Trump herausgeputzt. Auf der Prachtstrasse Euclid Avenue quellen Blumenkisten mit Blütenpracht über und fassadenhohe Plakate erinnern an die goldenen Zeiten der Pionierstadt am Erie-See. 1914 regelte hier die erste elektrische Ampel der Welt den Verkehr.

Am ersten Tag der Republican National Convention rollen nur wenige Autos auf den Strassen. Rund um die Quicken Lohn Arena, den Austragungsort des Kongresses, sind selbst breiteste Avenues grossräumig abgesperrt. Hässliche schwarze Metallgitter separieren die Fahrbahnen, auf denen sich nur noch Streifenwagen, Cop-Harleys und schwarze Limousinen bewegen.

Polizisten aus dem ganzen Land angereist

Die Polizei von Cleveland hat 500 Beamte ausschliesslich zur Bewachung des Kongresses abkommandiert. Zur Unterstützung sind 2500 Cops teils aus fernen Gliedstaaten angereist. Chief Schroder ist eine von 500 Polizisten des California Highway Patrol. «Wir sind gekommen, weil die Polizei von Ohio uns darum gebeten hat», erklärt die Polizistin gegenüber 20 Minuten. Zu den Angriffen auf Polizisten in Dallas und am Sonntag in Baton Rouge sagt sie ganz professionell: «Das sorgt dafür, dass wir ein bisschen wachsamer sind.»

Am Kongress sollen über 4770 Delegierte plus Anhang teilnehmen. Medien aus den USA und aus aller Welt haben mehr als die doppelte Zahl von Journalisten an die Veranstaltung entsandt. Bevor sie in die Halle strömen können, mussten die Medienleute sich jedoch gleich doppelt akkreditieren. Die Zutrittsausweise werden vom US-Kongress und vom Secret Service ausgestellt. Dabei zeigte sich die US-Verwaltung nicht von der besten Seite: 20 Minuten musste rund zwei Stunden stehend im Korridor auf die Ausweise des Secret Service warten.

Das grosse Theater passiert in der Arena

Grosse Demonstrationen waren am Montag im Stadtzentrum nicht sichtbar. Viele Fachleute befürchten aber, dass es zu Ausschreitungen kommt. Stattdessen dominiert bisher die Polit-Folklore. An allen Ecken werden T-Shirts und Kampagnenknöpfe verkauft. Grüppchen von Aktivisten machen Stimmung für ihre Anliegen, wettern zum Beispiel mit grauenhaften Föten-Fotos gegen Abtreibung.

Doch das grosse Theater wird am Montag und den nachfolgenden drei Abenden in der Arena abgehen. Der Höhepunkt wird am Schluss erwartet, wenn Donald Trump, der unwahrscheinliche Präsidentschaftskandidat, seine Krönungsrede hält.

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